Michael Rosenkranz ist im Ruhestand und berät vor der Immunisierung

Impfabläufe eine „Meisterleistung“

Beratung vor dem Impfen: Dr. Michael Rosenkranz mit Christoph Scholz aus Bockholzberg.
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Beratung vor dem Impfen: Dr. Michael Rosenkranz mit Christoph Scholz aus Bockholzberg.

Wildeshausen – Michael Rosenkranz ist praktisch seine gesamte Berufszeit Arzt gewesen. Bis zum Jahr 2011 war er leitender Oberarzt der Chirurgie im Johanneum, wo er insgesamt 23 Jahre tätig war. Dort wurde er zwar verabschiedet, war dann aber kurz darauf dreieinhalb Jahre gleich nebenan im Medizinischen Versorgungszentrum tätig. Aber nicht nur das, der 73-Jährige wollte weiter aktiv sein und beteiligte sich am hausärztlichen Notdienst. Seit Februar hat der Mediziner jedoch eine für ihn sehr wichtige Aufgabe angenommen: Er gehört zum Team der rund 30 Ärzte im Impfzentrum Wildeshausen und berät dort die Patienten vor der Immunisierung.

„Ich bin uneingeschränkter Befürworter des Impfens“, sagt Rosenkranz. „Von daher war es selbstverständlich für mich, hier mitzumachen. Es gibt nur Gründe für eine Impfung und keine dagegen.“

Sechs Mal im Monat ist Rosenkranz jetzt am Westring tätig. „Jeder Besucher passiert hier vor der Immunisierung einen Arzt“, erzählt der Mediziner. In dem Gespräch könne man letzte Fragen klären. Allerdings nicht mehr, welches Vakzin verabreicht wird. „Das wurde bereits vorher festgelegt“, so Rosenkranz. Nur in absoluten Ausnahmefällen könne von dieser Planung noch abgewichen werden.

Vorbehalte gegen Impfstoff ausgeräumt

Seit einigen Wochen bekommt jeder Bürger im Alter ab dem 61. Lebensjahr den Impfstoff von Astrazeneca verabreicht. In der Regel, so berichtet es Rosenkranz, könnten er und seine Kollegen die vorhandenen Vorbehalte gegen den Impfstoff ausräumen. „Es gelingt uns zumeist, die Patienten zu überzeugen“, sagt der Mediziner, der froh ist über jeden Menschen, der sich für die Impfung entscheidet. „Erst, wenn der weitaus größte Teil der Bevölkerung immunisiert ist, dann werden sich Möglichkeiten für Lockerungen der jetzigen Bestimmungen ergeben. Ich möchte dieses Ziel mit den Mitarbeitern im Impfzentrum erreichen.“

Vor der Arbeit der Malteser hat der Wildeshauser Mediziner große Hochachtung. „Es ist eine riesige logistische Herausforderung, mehrere Hundert Menschen an einem Tag zu versorgen“, berichtet er. Am Wochenende war die Aufgabe noch mal besonders groß, denn im Rahmen von zwei Aktionstagen wurden rund 1 000 Menschen immunisiert.

„Exzellentes Arbeitsklima“

Das sei alles nur möglich, weil das Arbeitsklima vor Ort exzellent sei, lobt Rosenkranz. Die Mitarbeiter der Malteser hätten eine hohe Kompetenz und sehr große Motivation. Das sei auch deshalb wichtig, weil jederzeit auf die Abstände geachtet werden müsste. Insbesondere ältere Menschen bräuchten zudem Unterstützung bei den Formularen.

Neben Rosenkranz sind weitere 30 Ärzte im Impfzentrum tätig. Sie kommen aus allen Bereichen des Landkreises und haben sich freiwillig gemeldet. „Es sind nicht nur Rentner wie ich dabei“, sagt der Wildeshauser. Manche Kollegen würden den Dienst neben der normalen Arbeitszeit verrichten.

Jeden Tag sind vier Ärzte vor Ort, es gibt neun Impfplätze, um alle angemeldeten 600 Personen zu versorgen. „Eine Meisterleistung“, fasst Rosenkranz die Arbeit am Westring zusammen. Er geht davon aus, dass die Tätigkeit noch bis mindestens zum Herbst dauern wird. Vielleicht auch länger. Schließlich sei das Impfen derzeitig die einzige Möglichkeit, das Coronavirus zu bekämpfen und ein freieres Leben zurückzugewinnen.

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