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Wildeshauser fährt immer wieder ohne Fahrerlaubnis: Nun droht Haft

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Von: Dierk Rohdenburg

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Ab jetzt droht Gefängnis: Ein 34-Jähriger ist immer wieder ohne Fahrerlaubnis unterwegs.
Ab jetzt droht Gefängnis: Ein 34-Jähriger ist immer wieder ohne Fahrerlaubnis unterwegs. © dr

Wildeshausen – Wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ist ein in Wildeshausen lebender 34-Jähriger zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten, zu zwei Jahren auf Bewährung ausgesetzt, 1.000 Euro Strafzahlung und zwölfmonatiger Sperre zur Erlangung eines Führerscheins verurteilt worden.

Das Urteil konnte ihm nicht persönlich mitgeteilt werden, da er nicht vor dem Amtsgericht Wildeshausen erschienen war. Von seinem Verteidiger, der ihn vertreten durfte, ließ er übermitteln, dass er sich keiner Schuld bewusst sei.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft war der Mann am 21. Januar 2021 am Lenkrad seines Firmenfahrzeugs zwischen den Bauerschaften Hanstedt und Kleinenkneten unterwegs gewesen, obwohl er in Deutschland keine Fahrerlaubnis hat. Deshalb war ein Strafbefehl über 1.000 Euro und zwei Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung zugestellt worden, gegen den der Wildeshauser sofort Einspruch eingelegt hatte. Sein Anwalt nannte vor Gericht den Grund: „Mein Mandant gibt an, er sei zu dieser Zeit in Bulgarien gewesen.“

Der Strafbefehl bezog sich auf die Aussage eines Wildeshauser Polizeibeamten. Der schilderte vor Gericht, dass er am genannten Tag um 12.15 Uhr mit dem Auto auf dem Weg zum Dienst gewesen sei. Er habe den 34-Jährigen als Fahrer eines entgegenkommenden Transporters unzweifelhaft erkannt, weil er in seiner Dienstzeit in Ahlhorn mehrmals gegen ihn ermittelt habe. Auch da sei es unter anderem um Fahren ohne Fahrerlaubnis gegangen.

Der Polizist berichtete, dass er weiter zur Dienststelle gefahren und von dort mit einem Kollegen in Richtung Hanstedt gestartet sei, um den 34-Jährigen zur Rede zu stellen.

Persönliche Ansprache war nicht möglich

Da aber kurz vor Eintreffen auf dem Firmengelände eine Einsatzmeldung eingegangen sei, habe er nur ganz kurz auf dem Hof des Betriebes schauen können, ob der Angeklagte anwesend war. „Ich habe ihn und auch das Fahrzeug gesehen“, betonte er. Dann seien sein Kollege und er aber schnell zum nächsten Einsatz aufgebrochen, ohne mit dem 34-Jährigen zu sprechen.

Der Verteidiger hielt das nicht für ausreichend. Es sei möglich, dass es sowohl beider Begegnung der Fahrzeuge als auch auf dem Hof zu einer Verwechslung gekommen sei, meinte er und plädierte auf Freispruch im Zweifel für den Angeklagten.

Die Staatsanwältin hielt das für ausgeschlossen, da der Polizist den Wildeshauser vorher schon mehrmals getroffen hatte und somit kannte. Zudem fanden sich im Bundeszentralregister drei Eintragungen, zu denen unter anderem fünf Fahrten ohne Fahrerlaubnis gehörten.

Beweise für eine Reise des 34-Jährigen lägen auch nicht vor, so die Staatsanwältin. Auffällig sei des Weiteren gewesen, dass der Anhörungsbogen des Angeklagten kurz nach der angezeigten Tat kaum ausgefüllt gewesen sei und die Unterschrift eines Bulgaren getragen habe, der zumindest in Niedersachsen nicht gemeldet ist. Sie beantragte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten.

Der Richter erhöhte das Strafmaß, um bei dem Angeklagten den Druck zu erhöhen. Dieser habe kein Geständnis abgelegt und schon wenige Wochen vorher eine Strafe wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis bekommen. Mit einer Geldstrafe sei es da nicht mehr getan, so der Richter.  

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