Polizei legt die neue Unfallstatistik vor / Keine Verbesserung im Oldenburger Land

Immer mehr Wildunfälle im Kreisgebiet

Es sind vor allem Wildunfälle, die laut Polizei die Unfallzahlen im Oldenburger Land in die Höhe treiben. Symbolfoto: dpa

Landkreis – Leicht gesunkene Unfallzahlen im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch (PI) insgesamt – das ist das Ergebnis der Verkehrsunfallstatistik, den die PI jetzt vorgelegt hat. Als Hauptursachen nennt die Polizei vor allem Fahrfehler und unachtsames Verhalten: so etwa beim Wenden und Rückwärtsfahren, Vorfahrtsmissachtung, ungenügender Sicherheitsabstand, unangepasste oder aber überhöhte Geschwindigkeit sowie Fehler beim Überholen und Abbiegen. Im Bereich des Landkreises Oldenburg hat sich die Anzahl der Fälle jedoch leicht erhöht. Insgesamt 8 065 Verkehrsunfälle hat die Polizei PI-weit registriert. 2018 lag dieser Wert bei 8 180. Dies entspricht einem Rückgang um 1,4 Prozent. Die Unfallzahlen im Landkreis Oldenburg hingegen sind um drei Prozent angestiegen.

Die Auswertung für den Landkreis Oldenburg:

.  Häufigkeit

Die Gesamtzahl an Verkehrsunfällen markierte im vergangenen Jahr den höchsten Stand in der Zehnjahresübersicht: 3 053 Vorkommnisse weist die Statistik aus, im Jahr zuvor waren es noch 2 954. Am niedrigsten lag der Wert 2013, dort waren es nur 2 598 Unfälle. „Im Landkreis Oldenburg pendeln sich die Verkehrsunfallzahlen seit 2016 bei rund 3000 Unfällen pro Jahr ein“, heißt es in der Auswertung. Der vergleichsweise hohe Wert sei mit einem hohen Aufkommen von Wildunfällen zu erklären.

. Personenschaden

Im vergangenen Jahr sind deutlich weniger Menschen bei Unfällen zu Schaden gekommen: Die Zahl sank um rund sechs Prozent auf 417 (2018: 444). Das ist der zweitniedrigste Wert in der Übersicht nach 2010 mit 365 verletzten Personen.

. Getötet und schwer verletzt

„Die gute Entwicklung der Unfälle mit Personenschaden insgesamt setzt sich leider bei den schweren Unfallfolgen nicht fort. Die Anzahl der tödlich verletzten Personen blieb unverändert, die Schwerverletzten nahmen geringfügig zu“, fassen die Beamten diesen Bereich zusammen: 2019 ließen zwölf Menschen auf den Straßen des Landkreises ihr Leben. 90 wurden schwer verletzt, drei mehr als im Vorjahr.

. Kinder

Sechs Kinder erlitten schwere Verletzung im Straßenverkehr (2018: zwei), doch gibt es, wie im Jahr zuvor, keinen Todesfall zu beklagen.

. Junge Fahrer

Im Jahr 2019 verloren im Landkreis Oldenburg vier junge Verkehrsteilnehmer ihr Leben. Die Anzahl der Schwerverletzten blieb mit 16 unverändert.

. Senioren

Die Zahl der älteren Menschen, die bei einem Verkehrsunfall schwerste Folgen erlitten haben, hat im zurückliegenden Jahr wieder abgenommen: Neben 17 schwer verletzten Senioren wurden im Jahr 2019 zwei Menschen ab einem Alter von 65 durch Verkehrsunfallgeschehen getötet, somit drei weniger als noch im Vorjahr.

.  Radfahrer

Die Anzahl der Radfahrer, die im Landkreis Oldenburg insgesamt an Verkehrsunfällen beteiligt waren, ist leicht rückläufig (165, neun weniger). Gleiches gilt für die Gruppe der schwer verletzten Fahrrad- beziehungsweise Pedelecfahrer (19, minus drei). Im Berichtsjahr wurden ein Rad- und ein Pedelecfahrer bei Verkehrsunfällen im Landkreis Oldenburg tödlich verletzt (minus eins).

.  Motorradfahrer

Im Jahr 2019 starben ein Motorrad- und ein Mofafahrer an den Folgen eines Verkehrsunfalls, soviel wie im vorvergangenen Jahr. Die Zahl der an Unfällen beteiligten Motorradfahrer hat insgesamt leicht zugenommen (84, plus acht), die der Schwerverletzten (17, minus vier) geringfügig abgenommen.

. Wildunfälle

„Die Wildunfallzahlen sind nochmal deutlich angestiegen und haben einen neuen Höchstwert erreicht“, werten die Beamten diesen Schwerpunkt aus. 947 solcher Ereignisse weist das Zahlenwerk aus – das sind nicht nur 59 mehr als noch zuvor. Der Wert ist zudem der mit Abstand Höchste im zehnjährigen Überblick. Den geringsten Wert markiert das Jahr 2015 mit 713 Unfällen. Die PI werde sich im Rahmen ihrer Verkehrssicherheitsarbeit um eine Reduktion der Wildunfälle bemühen, heißt es: „Dabei stimmt sie sich mit ihren Kooperationspartnern – Verkehrswacht und Kreisjägerschaft – ab.“

. Verkehrsunfallflucht

Die Fälle eines „unerlaubten Entfernens vom Unfallort“ (so die polizeiliche Bezeichnung) steige seit 2013 kontinuierlich an und habe vergangenes Jahr einen neuen Höhepunkt erreicht, berichteten die Beamten in ihrer Auswertung. In 93 Fällen flüchtete ein Beteiligter bei einem Verkehrsunfall mit Personenschaden. Insgesamt nahmen sie PI-weit 1 723 solcher Verstöße auf (2018: 1 637). „Die Aufklärungsquote bei Verkehrsunfallfluchten liegt seit Jahren bei mehr als 40 Prozent, sodass Unfallflüchtige immer damit rechnen müssen, ermittelt und belangt zu werden“, warnen die Ordnungshüter.

Und selbst bei Bagatellschäden werden Strafverfahren gegen Personen eingeleitet, die weitergefahren sind, ohne sich um den Schaden zu kümmern, warnen sie weiter. Die ermittelten Verursacher müssten unter bestimmten Umständen sogar damit rechnen, dass „ihnen die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen abgesprochen und die Fahrerlaubnis entzogen“ werde.

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