Das Krisenzentrum des Landkreises Oldenburg

Im Falle des Falles

Ein Mann sitz auf einem Tisch.
+
Im Krisenzentrum unter dem Kreishaus in Wildeshausen: Ronald Feist.

Wildeshausen/Landkreis – Unglücke und Katastrophen, seien sie menschgemacht oder das Resultat unerwartet stark zuschlagender Naturgewalten, lassen sich nicht und nirgends ausschließen. Das haben nicht zuletzt die vor nur wenigen Wochen von dem Hochwasser zerstörten Regionen im Südwesten tragisch erfahren müssen. Doch auch der Landkreis Oldenburg ist nicht davor gefeit – Autobahnen und Bahntrassen durchziehen die Region, Firmen arbeiten mit umweltgefährlichen Stoffen, mit der Hunte fließt ein größerer Fluss durch das Kreisgebiet, in den vergangenen Jahren bestand immer wieder akute Waldbrandgefahr.

Doch was passiert im Falle eines Falles? Dann tritt der Katastrophenstab des Kreises zusammen, berichtet Ronald Feist, der beim Landkreis für den Zivil- und Katastrophenschutz zuständig ist. Untergebracht ist die Gruppe denkbar sicher in einem eigenen Raum unter dem Kreisgebäude. Neben einer Lüftungsanlage verfügt diese Zentrale auch über eine eigene Notstromversorgung – und vor allem über viele Telefone und Computerarbeitsplätze sowie zwei Funkgeräte. Nach der Alarmierung gelte es, schnellstmöglich alle Informationen zusammenzutragen, sagt Feist. Dazu komme etwa eine eigene Software für die Nachweisführung zum Einsatz, in der einmal gemachte Eingaben nicht mehr gelöscht werden können. Neben Mitarbeitern des Landkreises, die diese Aufgabe allesamt ehrenamtlich übernommen haben, kommen noch sogenannte Fachberater hinzu, die alle denkbaren Bereiche abdecken, so Feist weiter: Polizei, Bundeswehr, Hilfsdienste, der Energieversorger EWE, das Technische Hilfswerk, die DLRG und natürlich die Feuerwehren im Landkreis Oldenburg.

Den Auslöser für die Einberufung gibt die Großleitstelle in Oldenburg. Von dort gehen Anrufe an die Telefonstelle im Kreishaus, den Landrat sowie dessen Stellvertreter, das Ordnungsamt, dessen Leitung und an ihn selbst. „Am Anfang ist es erst eine Lage“, erläutert Feist. Danach wird gegebenenfalls der Alarm ausgerufen. Vorbereitete Listen legen das unmittelbar weitere Vorgehen fest. Die Mitarbeiter des Landkreises, die kontinuierlich monatlich weitergebildet werden, könnten zwei Schichten in dem Krisenstab besetzten. Alles in allem seien dann 30 Personen in dem Raum damit beschäftigt, den Notfall unter Kontrolle zu bringen.

79 Sirenen und ein Warn-App

Der Information der Bevölkerung kommt dann natürlich eine besondere Bedeutung zu: Eine Methode, die Bevölkerung zu warnen, ist die über die Sirenen. Davon gibt es im Landkreis 79 Stück, 77 davon sind inzwischen auf die aktuelle Technik umgerüstet worden. Einmal ausgelöst, ist im Katastrophenfall eine Minute lang ein auf- und abschwellender Ton zu hören, so Feist. Die Entwarnung erfolgt über einen ebenfalls einminütigen Dauerton. Im vergangenen Jahr hatte der Landkreis nicht an dem bundesweiten „Warntag“ teilnehmen können, da die Umrüstung noch nicht abgeschlossen war.

Einsatzbereit: Notstromaggregat im Kreishaus.

Für Kreiseinwohner bietet sich zudem die Smartphone-App „BiWapp“an, so Feist. Informationen können sowohl von der Großleitstelle als auch direkt vom Landkreis verschickt werden. Die Verwaltung nutzt das kostenlose Programm jedoch nicht nur für Warnmeldungen, sondern teilt darüber hinaus etwa auch aktuelle Informationen über Straßensperrungen und dergleichen mit.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Meistgelesene Artikel

Heftige Reaktionen auf 2G-Regel: „Kack denen vor die Tür“

Heftige Reaktionen auf 2G-Regel: „Kack denen vor die Tür“

Heftige Reaktionen auf 2G-Regel: „Kack denen vor die Tür“
3 000 Zigarettenkippen in Wildeshausen gesammelt

3 000 Zigarettenkippen in Wildeshausen gesammelt

3 000 Zigarettenkippen in Wildeshausen gesammelt
Nur noch nach 2G-Regel geöffnet

Nur noch nach 2G-Regel geöffnet

Nur noch nach 2G-Regel geöffnet
Bundestags-Kandidaten diskutieren in Harpstedt: Reichen Anreize? Oder müssen auch Auflagen und Verbote her?

Bundestags-Kandidaten diskutieren in Harpstedt: Reichen Anreize? Oder müssen auch Auflagen und Verbote her?

Bundestags-Kandidaten diskutieren in Harpstedt: Reichen Anreize? Oder müssen auch Auflagen und Verbote her?

Kommentare