Wähler haben bei der Bundestagswahl mitunter stark abweichende Präferenzen

Im Bund meist anders als in der Kommune

Ein Mann sitzt in einer Wahlkabine
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Ob Bund oder Gemeinde: Die Bürger entscheiden sich binnen kurzer Zeit mitunter ganz unterschiedlich.

Landkreis – Keine Wahl ist wie die andere: Wem und warum Bürger ihre Stimme geben, ist abhängig von vielen Faktoren und für Kandidaten, Parteien, aber auch Meinungsforscher und Politikwissenschaftler nicht immer einsichtig oder erklärlich, feste Muster sind nicht immer zu erkennen – teils stimmen die Bürger für den Bund ganz anders ab, als sie es für ihre Heimatgemeinde getan haben: ein Überblick über die Ergebnisse der Gemeinden Großenkneten, Hatten, Hude, Ganderkesee und Wardenburg.

Das zeigt sich bei der Bundestagswahl in der Gemeinde Großenkneten: Dort haben 23,52 Prozent der Wähler ihre Zweitstimme der CDU gegeben, jedoch 30,73 Prozent der SPD, gefolgt von den Grünen mit 14,5 Prozent und der FDP mit 13,57 Prozent. Die AfD, die auch wieder im neuen Kneter Gemeinderat vertreten ist, kommt bei der Wahl zum Bundestag auf 8,8 Prozent. Die Linke vereinigte lediglich 3,18 Prozent der Voten auf sich. Bei der Wahl zum „Gemeindeparlament“ hatten sich die Einwohner – in Hinblick auf die beiden großen Parteien – vor zwei Wochen noch genau anders entschieden: 37,29 Prozent wählt die Christdemokraten und 22 Prozent die Sozialdemokraten. Die meisten Stimmen für die CDU hatte die ehemalige Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen geholt – mit 754 Stimmen lag sie deutlich vor allen anderen Bewerbern.  
Bundestagskandidaten: Philipp Albrecht (CDU): 26,7 Prozent; Susanne Mittag (SPD): 32,75 Prozent; Christian Dürr (FDP): 12,34 Prozent; Adam Golkontt (AfD): 8,12 Prozent; Christina-Johanne Schröder (Grüne): 13,15 Prozent; Christian Suhr (Linke): 3,18 Prozent.

In der Gemeinde Hatten, in der mit dem parteilosen Guido Heinisch (unterstützt von SPD, FDP, Grünen sowie der „Freien Hatter Liste“) in einer Stichwahl zudem ein neuer Bürgermeister gewählt worden ist, geht die SPD mit 32,55 Prozent klar als Wahlsieger hervor. Die CDU kommt hier lediglich auf 20,27 Prozent. Es ist das schlechteste Ergebnis der Christdemokraten bei dieser Bundestagswahl im Landkreis Oldenburg. Nicht weit davon entfernt landen die Grünen mit 19,41 Prozent. Mit großem Abstand folgen FDP (13,1 Prozent), AfD (5,75 Prozent) und Linke (3,35 Prozent). Diese Ergebnisse spiegeln hingegen schon eher die Verhältnisse der Kommunalwahl wieder. Dort hatten allerdings noch das „Team Hatten“ 10,92 Prozent eingeheimst. Bundestagskandidaten: Philipp Albrecht (CDU): 23,18 Prozent; Susanne Mittag (SPD): 34,67 Prozent; Christian Dürr (FDP): 12,31 Prozent; Adam Golkontt (AfD): 4,91 Prozent; Christina-Johanne Schröder (Grüne): 17,08 Prozent; Christian Suhr (Linke): 3,62 Prozent.

In der Gemeinde Hude spiegeln die Ergebnisse der Bundestagswahl ebenfalls nicht die Entscheidung der Wähler für den Gemeinderat wider: Die meisten Stimmen für den Bundestag konnte die SPD mit 32,81 Prozent sammeln, die CDU 23,24 Prozent. Die drittstärkste Partei sind hier die Grünen mit 18,88 Prozent, gefolgt von den Freidemokraten (11,19 Prozent). Die AfD sammelte 4,74 Prozent der Stimmen, die Linken 2,97 Prozent. Bei den Kommunalwahlen hatten die Stimmberechtigten die CDU noch klar vor die SPD gesetzt (34,07 zu 27,86 Prozent). Allerdings stellt die SPD in Hude nach der Stichwahl am Sonntag den neuen Bürgermeister: Jörg Skatulla (56,47 Prozent).   Bundestagskandidaten: Philipp Albrecht (CDU): 25,67 Prozent; Susanne Mittag (SPD): 33,86 Prozent; Christian Dürr (FDP): 11,17 Prozent; Adam Golkontt (AfD): 4,26 Prozent; Christina-Johanne Schröder (Grüne): 16,55 Prozent; Christian Suhr (Linke): 3,46 Prozent.

Die Einwohner der Gemeinde Ganderkesee entschieden sich am Sonntag mehrheitlich für die SPD: 31,55 Prozent gaben ihr die Stimme, die CDU konnte 24,84 Prozent auf sich vereinigen. Drittstärkste Kraft sind die Grünen (14,93 Prozent), gefolgt von der FDP (12,88 Prozent) und der AfD (7,44 Prozent). Die Linke bekam 2,6 Prozent der Stimmen. Der neue Bürgermeister Ralf Wessel ist hingegen Christdemokrat: Er hatte sich in der Stichwahl am Sonntag mit 63,84 Prozent deutlich gegen seinen Mitbewerber von den Grünen (Udo Heinen) durchsetzen, der auch von der SPD unterstützt worden war. Wessels Partei stellt mit 33,52 Prozent der Stimmen auch die größte Fraktion im Rat der Gantergemeinde. Die SPD verzeichnet dort 27,46 Prozent.   Bundestagskandidaten: Philipp Albrecht (CDU): 26,75 Prozent; Susanne Mittag (SPD): 32,37 Prozent; Christian Dürr (FDP): 15,18 Prozent; Adam Golkontt (AfD): 6,62 Prozent; Christina-Johanne Schröder (Grüne): 12,47 Prozent; Christian Suhr (Linke): 2,51 Prozent.

Die CDU ist zwar die klar stärkste Fraktion im Rat der Gemeinde Wardenburg (36,15 Prozent), zweitstärkste Fraktion ist die der SPD mit 23,51 Prozent. Doch sind die Verhältnisse bei der Bundestagswahl nahezu umgekehrt: Hier haben die Christdemokraten lediglich 23,27 Prozent bekommen, die SPD hingegen 32,44 Prozent. 19,08 Prozent der Wähler stimmten für die Grünen, 11,22 Prozent für die FDP und für die AfD 6,18 Prozent.  Bundestagskandidaten: Philipp Albrecht (CDU): 26,21 Prozent; Susanne Mittag (SPD): 34,24 Prozent; Christian Dürr (FDP): 9,7 Prozent; Adam Golkontt (AfD): 5,42 Prozent; Christina-Johanne Schröder (Grüne): 18,03 Prozent; Christian Suhr (Linke): 2,84 Prozent.  

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