Polizei verzeichnete 2020 471 Fälle im Landkreis

Illegale Müllentsorgung im Visier

Bauschutt mit Asbest im Wald: Immer wieder stoßen die Polizeibeamten auf illegale Müllentsorgungen, wie in Prinzhöfte und Groß Ippener.
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Bauschutt mit Asbest im Wald: Immer wieder stoßen die Polizeibeamten auf illegale Müllentsorgungen, wie in Prinzhöfte und Groß Ippener.

Wildeshausen – Mindestens einmal am Tag stößt die Polizei im Landkreis Oldenburg auf illegale Abfallentsorgung, unsachgemäße Asbestlagerung sowie Umweltverschmutzungen – oder aber sie erhält eine Anzeige über diese Ordnungswidrigkeiten, beziehungsweise Straftaten aus der Bevölkerung.

„Im vergangenen Jahr konnten für den Landkreis Oldenburg 471 Fälle im Abfallrecht verzeichnet werden“, teilte Polizeipressesprecherin Ricarda von Seggern die exakten Zahlen auf Nachfrage mit.

Insgesamt seien im Abfallrecht im gesamten Bereich der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch 559 Fälle registriert worden.

Anteilig entfallen somit mehr als 84 Prozent der angezeigten Fälle auf den Landkreis Oldenburg. Rein statistisch gesehen, könnte so der Verdacht aufkommen, dass die Einwohner hier besonders große Umweltsünder sind. Das aber relativiert die Polizeipressesprecherin: „Ein bedeutender Grund für das höhere Hellfeld ist, dass das Polizeikommissariat Wildeshausen für den Landkreis Oldenburg fachspezifische Kollegen gewinnen konnte, die sich ausschließlich mit Umweltdelikten beschäftigen.“

Zwei Beamte kümmern sich um das Thema

In der Kreisstadt sind das die Polizeihauptkommissare Andreas Wieting und seit 2018 auch Kevin Schwarzer. Sie waren maßgeblich daran beteiligt, dass 2018 312 und im Jahr 2019 407 Fälle im Abfallrecht entdeckt und geahndet wurden. „Wir haben den fach- und sachkundigen Blick für diese Thematik“, sagt Schwarzer. Sein Kollege und er würden ganz gezielt Nebenwege abfahren und auf Höfen auch mal hinter die Scheune schauen, was dort so lagert. Zudem könnten sie gut einschätzen, wenn sich bei Gewässern Auffälligkeiten zeigen, weil dort beispielsweise Jauche eingedrungen ist.

Manchmal kommt es im Landkreis bei Müllablagerungen ziemlich heftig. Wie am 18. April, als ein Abfallhaufen an einem Feldweg in unmittelbarer Nähe zur Heysestraße in der Gemeinde Prinzhöfte gemeldet wurde. Die Beamten fanden massenweise Bauschutt mit Asbestplatten vor.

Drei Tage später, am 21. April, wurde durch einen Zeugen eine Abfallablagerung in Kirchseelte auf einem geschotterten Nebenweg gemeldet. Auch hier fanden die Beamten einen Abfallhaufen aus Bauschutt mit Asbest vor.

An der Straße Rüspelbusch in der Gemeinde Großenkneten wurden während des Osterwochenendes Fahrzeugteile, unter anderem die Front- und Heckschürze eines 5er-BMW in Silber und die eines 3er-BMW in Blau, sowie mehrere Kanister, einer mit Altöl, entsorgt. Der oder die Verursacher hatten dabei auch Altöl verschüttet und den Boden verunreinigt.

Hierbei handelt es um eine Straftat, und die Polizisten sind besonders daran interessiert, die Verursacher zu ermittel. „Das ist aber in der Regeln nicht so leicht“, berichtet Schwarzer. Oft seien keine Hinweise auf den Verursacher zu finden. Das sei selbstverständlich viel unkomplizierter, wenn die Polizisten auf oder in der Nähe von Grundstücken illegale Abfallentsorgung aufspürten. Oder eben, wenn sich Bürger melden und einen Verdacht äußern.

Das sei ohnehin wichtig für alle. „In die Abfallgebühr jedes Landkreisbewohners ist die Entsorgung von illegal abgeladenem Müll eingerechnet“, sagt Schwarzer. Somit könne jeder Bürger, der Verfehlungen melde, die Kosten reduzieren helfen – unabhängig davon, dass so auch Umweltfrevel vermieden werden könnte.

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