Sem Stadel empfiehlt Freifunk in der Innenstadt

Ideale Lösung für Wildeshausen

IT-Experte Sem Stadel

Wildeshausen - Der IT-Experte und Freifunker Sem Stadel aus Lohne verfolgt die Diskussion über die Schaffung eines WLAN-Netzes in Wildeshausen. Dierk Rohdenburg stellte ihm Fragen, wie er die Situation beurteilt.

Herr Stadel, seit 2016 gibt es in Lohne ein Freifunknetz. Wie kann ich mir das konkret vorstellen?

Sem Stadel: 2015 wurde ich von der Stadt angesprochen, ein offenes WLAN im Innenstadtbereich zu planen und zu installieren. Als IT-Unternehmer habe ich mich mit verschiedenen kommerziellen Möglichkeiten beschäftigt. Solch eine Lösung habe ich ähnlich wie in Wildeshausen in der Lohner Innenstadt installiert und in Betrieb genommen. Da dabei meistens jeder einzelne Accesspoint (WLAN-Sender) lizenziert und mit monatlichen Kosten verbunden ist, suchten wir nach einer Alternative. Dadurch bin ich auf Freifunk aufmerksam geworden und wurde im Februar 2016 Teil der Freifunkcommunity. Durch ein spezielles Protokoll verbinden sich die in Reichweite befindlichen Router untereinander und bauen automatisch ein durchgängiges Netz auf. Wir konnten einige Geschäftsleute von der Idee überzeugen, und die ersten Freifunkrouter gingen online. Nach und nach haben sich weitere Personen dazu entschlossen, Router zu betreiben, sodass wir derzeit 180 Geräte im Lohner Einzugsgebiet haben. Dazu gehören Bildungseinrichtungen, Sportplätze und Ärzte – eigentlich überall, wo sich Personen aufhalten. Die Stadt Lohne hat das gesamte Rathaus sowie das Waldbad ebenfalls mit Freifunk versorgt. Durch Aufsteller und Aufkleber an den teilnehmenden Geschäften oder Einrichtungen wird auf das Angebot aufmerksam gemacht. Das Konzept kommt sowohl bei den Betreibern als auch bei den Nutzern sehr gut an.

Wäre das auch für Wildeshausen eine Möglichkeit?

Auf jeden Fall, die Innenstadt bietet sich gerade dazu an.

Wie groß wäre der finanzielle Aufwand für die Stadt und private oder gewerbliche Betreiber von Routern?

Die Stadt Wildeshausen könnte die vorhandenen Standorte auf Freifunk umrüsten. Die Router/Accesspoints kosten je nach Ausführung zwischen 30 und 100 Euro. Die Freifunkfirmware steht kostenlos zum Download bereit. Dazu kommt, falls nicht schon vorhanden, der benötigte Internetanschluss, der selbstverständlich auch auf Glasfasertechnik basieren kann. Wirklich jeder Internetanschluss ob DSL/VDSL/Kabel oder Glasfaser kann für Freifunk genutzt werden. Dadurch entstehen den privaten oder gewerblichen Betreibern außer den einmaligen Anschaffungskosten und dem bereits vorhandenen Internetanschluss keinerlei Kosten.

Gibt es Bedenken, was die Sicherheit der übertragenen Daten betrifft? Könnten Routerbetreiber für illegale Downloads haftbar gemacht werden?

In jedem offenen WLAN sollte man sich als Nutzer jederzeit der Gefahr bewusst sein, dass unverschlüsselte Seiten von anderen „gesehen“ werden können. Aus diesem Grunde sind heute fast alle Dienste wie Facebook und Google über sichere verschlüsselte https-Seiten erreichbar. Routerbetreiber können nicht für illegale Downloads haftbar gemacht werden. Der Freifunkrouter baut einen VPN-Tunnel zu den Freifunkservern auf. Dadurch geht der gesamte Datenverkehr Richtung Internet nur über die Freifunkinfrastruktur. Somit ist der Betreiber nicht identifizierbar und kann nicht haftbar gemacht werden.

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