„Ich werde schon wehmütig, wenn ich an Abschied denke“

Pia-Marie Kolloge berichtet aus Laos: Raketenfest und Sepak-Takraw

Die Wildeshauserin Pia-Marie Kolloge, die ein Jahr in Laos verbringt, hat die Sportart Sepak-Takraw kennengelernt. Es geht darum, einen kleinen Ball per Fuß oder Kopf über ein Netz zu spielen.
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Die Wildeshauserin Pia-Marie Kolloge, die ein Jahr in Laos verbringt, hat die Sportart Sepak-Takraw kennengelernt. Es geht darum, einen kleinen Ball per Fuß oder Kopf über ein Netz zu spielen.

Wildeshausen/Laos - Von Pia-Marie Kolloge. Die Wildeshauserin Pia-Marie Kolloge berichtet über ihre Arbeit mit Jugendlichen in Laos. Sie ist im Rahmen eines Freiwilligendienstes für die staatliche Jugendorganisation „Lao Youth Union“ tätig.

Am Anfang des Monats habe ich mein erstes Raketenfest besucht, wovon ich ziemlich beeindruckt war, da es so etwas ja nicht überall gibt. Außerdem habe ich für meine Schüler eine Rallye veranstaltet, für die sie quer durch das schöne Pakxan fahren mussten, um verschiedene Aufgaben zu erledigen.

Am 1. Mai fand das Raketenfest ein bisschen außerhalb von Pakxan, inmitten von Reisfeldern statt. Wie bei vielen laotischen Festen gab es „Beer Lao“ und ganz viel Essen. An der Straße standen ein paar Stände, an denen man Luftballons abwerfen musste, um etwas zu gewinnen. Zwischendurch fuhr der Eismann durch die Menschenmengen, um für kalte Snacks zu werben. Und natürlich waren auch Raketenabschussstellen zu finden. Dort wurden die, teilweise zwei Meter langen Flugkörper installiert und aus etwa zehn Metern Entfernung mit einem Startknopf in den Himmel geschickt. Aber bevor die Raketen starteten, fuhren die „Teams“ verkleidet in Pick-ups und Transportern durch die Straßen, um ihre Raketen zu zeigen. Teilweise standen Lautsprecherwände auf den Fahrzeugen, und so dröhnte den ganzen Tag Musik durch das Dorf. Der Sinn des Festes ist, soweit ich es gehört habe, den Himmel „einzustechen“, damit es regnet und die Bauern eine große Ernte und somit alle genug zu essen haben.

Sportwettkampf statt Unterricht

An einem Dienstag kamen wir ins College zum Unterrichten und fanden nur Schüler in Sportklamotten vor. Kein Englischunterricht heute. Aber dafür ein Sportwettkampf der Colleges. So sind wir mit den Schülern und Lehrern in das zehn Minuten entfernte Stadion gefahren. Dort fanden vier Tage lang Wettkämpfe in Boule, Volleyball, Fußball und Sepak-Takraw statt. Letzteres, in Laos eher Kator genannt, habe ich dort zum ersten Mal gesehen. Es handelt sich um einen malaysischen Sport, bei dem die Spieler, drei oder zwei, mit dem Fuß oder Kopf einen kleinen hohlen Ball über ein Netz befördern, das Ähnlichkeit mit einem Volleyballnetz hat, aber niedriger hängt. Auch das Spielfeld ist um einiges kleiner als beim Volleyball. Es war sehr spannend, dieses Spiel zu sehen, da die Teilnehmer sich gut bewegen konnten. Unser College hat bei den Wettkämpfen mehrere Pokale mit nach Hause genommen, nicht immer für den ersten Platz, aber trotzdem waren die Schüler sehr gut. Außerdem hatten alle super viel Spaß, und das ist ja die Hauptsache.

Rallye führt Schüler quer durch Pakxan

Vor ungefähr zwei Wochen hatte ich die Idee, mit meinen Schülern eine Rallye zu machen, da ich zu dem Zeitpunkt das Thema „Wegbeschreibungen“ hatte und ich mal wieder etwas anderes machen wollte. Weil die Schüler meiner Mitfreiwilligen Franzi ebenfalls nichts gegen etwas Abwechslung hatten, haben wir sie quer durch Pakxan geschickt. Vorher haben wir verschiedene Wegbeschreibungen und Aufgaben geschrieben sowie mit unterschiedlichen Leuten geredet, bei denen die Schüler etwas machen mussten. So waren sie in einem Restaurant und mussten den Besitzer nach unserem Mittagessen fragen oder die Stufen der Parks zählen, natürlich alles auf Englisch. Es war sehr lustig für die Schüler, aber auch für uns.

Es war wieder ein reichlich ereignisreicher Monat mit viel Spaß. Jetzt geht mein Aufenthalt schon auf das Ende zu, und ich werde bereits sehr wehmütig, wenn ich an den Abschied denke. Doch nun werde ich erst mal die letzten drei Monate genießen.

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