Interview über seine Pläne für dieses Jahr

Bürgermeister Jens Kuraschinski: „Ich werde einiges gelassener sehen“

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Hat 2019 einiges vor: Jens Kuraschinski.

Wildeshausen – Von Ove Bornholt.  Im Interview erzählt Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski, was dieses Jahr noch wichtig wird, vor welchen Herausforderungen die Stadt steht, was ihn zum Nachdenken brachte und welchen Vorsatz er für sich gefasst hat.

Herr Kuraschinski, was sind die drei wichtigsten Projekte sowie Vorhaben im Jahr 2019?

Stadtrat und Stadtverwaltung haben bereits 2018 wichtige Weichen für dieses Jahr gestellt. Hierzu zählen unter anderem die Sanierung des maroden Freibades oder die Umsetzung des urgeschichtlichen Zentrums im ehemaligen Feuerwehrhaus. Für beide Projekte sind Fördermittel beantragt worden, da eine alleinige Finanzierung für die Stadt nicht möglich ist. Sie sind für eine touristische Fortentwicklung unerlässlich und werten parallel unsere Stadt für die Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen auf. Weiterhin arbeiten wir aktiv an den Gewerbe- und Industriegebieten „Wildeshausen-Nord“ und „Wildeshausen-West“, da für die bauliche Expansion unserer Betriebe Flächen fehlen.

Vor was für Herausforderungen steht Wildeshausen im neuen Jahr?

Nun, ich hoffe natürlich, dass wir alsbald mit dem Neubau der beschlossenen Kita-Einrichtung beginnen werden und endlich die Bauleitplanung am Westring oder bei den anderen offenen Einzelhandelsprojekten zum Abschluss bringen können. Weiter wollen wir im Bereich der Entwicklungsmaßnahme „Vor Bargloy“ neue Wohnbauflächen erschließen, denn die Nachfrage ist nach wie vor sehr groß. Außerdem halte ich es für wichtig, möglichst schnell mit dem Bau der Entlastungsstraße (Teilstück Baustraße) zu beginnen, denn der Westring ist nur noch bedingt geeignet, weiteren Verkehr aufzunehmen. Und ich bin guter Dinge, dass die gemeinsam mit dem Landkreis Oldenburg gestartete Breitbandoffensive weiter vorangeht.

Wenn Sie auf 2018 zurückblicken, was ist aus Ihrer Sicht gut gelaufen?

Gut gelaufen ist sicherlich der gelungene Abschluss unseres Strategieentwicklungsplanes „Wildeshausen 2030“. Die überragende Mehrheit des Stadtrates ist aus meiner Sicht ein Beleg dafür, dass wir administrativ und kommunikativ richtig vorgegangen sind, denn wir konnten neben der Öffentlichkeit ebenso Fachexperten und die Politik ins Verfahren einbeziehen. Das Vorgehen hat sich am Ende ausgezahlt, wenngleich der Prozess etwas länger gedauert hat als ursprünglich angenommen. Weiter konnten die langjährigen Verhandlungen mit dem Landwirt Gier im Bereich der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (StEM) erfolgreich außergerichtlich beendet werden, sodass eine weitere unnötige gerichtliche Auseinandersetzung abgewendet werden konnte. Und was ebenfalls gut gelaufen ist, sind die Haushaltsberatungen für 2019, denn wir konnten alle wesentlichen Projekte ohne weitere Neuverschuldung in den kommenden Jahren finanziell darstellen.

Und was lief nicht so gut?

Exemplarisch möchte ich hier den Bereich der Einzelhandelsentwicklung (Beispiel Westring) nehmen. Die Anforderungen an rechtssichere Bebauungspläne sind in den vergangenen Jahren vonseiten der Gerichte enorm gestiegen. Hinzu kommt ein recht hoher Abstimmungsbedarf mit den Fachbehörden, der immer wieder viel Zeit und Geld kostet. Hier würde ich mir mehr Handlungsoptionen und Freiheiten wünschen, um solche Verfahren zügiger abzuwickeln.

Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten?

Ein Highlight in Wideshausen ist natürlich das Gildefest. Als gebürtiger Wildeshauser bin ich mit dem Gildefest aufgewachsen und freue ich mich immer wieder auf unsere fünfte Jahreszeit – und vor allem darauf, viele bekannte und neue Gesichter auf dem Festplatz zu treffen.

Haben Sie Vorsätze fürs neue Jahr gefasst?

Der viel zu frühe Tod meines Bruders hat mich in gewissen Punkten sehr nachdenklich gestimmt. Insoweit habe ich mir vorgenommen, einige Dinge viel gelassener zu sehen, als ich es bisher getan habe.

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