„Ich trete an, um zu gewinnen“

Interview: Frank Imhoff ist Gildebruder und Präsident der Bremer Bürgerschaft

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Drei Mal schoss Frank Imhoff (4. von links) beim Königsschießen im Krandel mit. Mit Hergen Stolle (2. von links) trat er der Gilde bei. 

Wildeshausen/Bremen - Von Ove Bornholt. Er ist vor Kurzem zum Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft gewählt worden, den wichtigsten Titel hat Frank Imhoff in diesem Jahr allerdings verpasst. Der CDU-Politiker aus der Hansestadt und Gildebruder hat am Königsschießen im Krandel teilgenommen und den Kürzeren gezogen. Im Interview verrät er, wie es ihn, den gebürtigen Bremer, zur Wildeshauser Schützengilde verschlagen hat.

Herr Imhoff, woher kennen Sie das Gildefest?

Meine Schwester hat nach Wildeshausen geheiratet. Dadurch habe ich bei Besuchen viele nette Menschen und Freunde kennengelernt. So habe ich, seit ich 16 Jahre alt bin, das Gildefest kennen und schätzen gelernt.

Und warum sind Sie der Gilde beigetreten?

Mein Freund Hergen Stolle und ich waren damals ganz vernarrt auf die Wildeshauser Schützengilde und deren Aktivitäten. Wir wollten diesen Spaß und die Tradition live erleben.

Ihr Beitritt war 1989, Sie wohnen aber in Bremen, oder?

Ja – ich habe immer in Bremen gewohnt. Jetzt marschiere ich in der Kompanie Westertor mit.

Sie sind im Gildeclub „De Twintig“, wie kam es dazu?

Als sich bei unserem Eintritt mehrere Gildeclubs bildeten, haben Hergen Stolle und ich gesagt: „Das machen wir auch.“ Und dann haben mit mehreren Freunden einen Club gegründet. Stolle war im Jubiläumsjahr 2003 Schaffer und ist in diesem Jahr zum Hauptmann befördert worden.

Aber sonst ist es ein ganz normaler Club?

Ja, die Mitglieder kommen vom Land oder vom Dorf. Wir kennen uns schon alle mehr als 30 Jahre. Wir haben Bergfest, Frackanprobe, wir machen Spargeltouren und manchmal auch Ausflüge außerhalb der Gilde – zum Beispiel waren wir zusammen in Hamburg.

Wie feiern Sie Pfingsten für gewöhnlich?

Pfingsten findet ganz klar in Wildeshausen statt: Pfingstsonntag und je nach Stimmung auch der Montagabend und dann auf jeden Fall der Dienstag, der Haupttag. Das Schöne ist eigentlich, dass ich meine ganzen alten Freunde wieder treffe. Ich schaffe es im Jahr nicht mehr so oft nach Wildeshausen. Aber wenn ich zum Gildefest komme, sind alle da. Es ist wunderschön, da einmal im Jahr alle wiederzusehen.

Sind Sie denn jedes Jahr dabei?

Ja. Ich bin bis jetzt jedes Jahr mit aus- und einmarschiert.

Was macht den Reiz des Gildefestes in Ihren Augen aus?

Das Gildefest ist Tradition – aber in lockerer Atmosphäre. Das mag ich sehr: Tradition, die so gelebt wird, dass sie in die heutige Zeit passt. Und das möchte ich auch zukünftig unterstützen.

Wie oft haben Sie schon beim Königsschießen mitgemacht und waren Sie mal im Finale?

Drei Mal. Einmal im Finale.

Wollen Sie gerne König werden oder einfach nur ins Finale? Einige machen ja mit, um dann im Finale doch absichtlich vorbeizuschießen.

So was mache ich nicht. Ich trete an, um zu gewinnen.

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