Wie halten es die Wildeshauser mit ihrem Wahlrecht?

„Ich bin sehr froh, dass die AfD hier nicht antritt“

Für Peter Hahn ist es eine Selbstverständlichkeit, zur Wahl zu gehen. - Fotos: Dejo

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Rund 16 300 Wildeshauser können am 11. September mit ihren Stimmen entscheiden, wer in den Rat einzieht. Wählen darf, wer das 16. Lebensjahr vollendet hat. Insgesamt stehen sechs Parteien, eine Wählergemeinschaft und zwei Einzelkandidaten zur Wahl. Wie halten es aber die Bürger mit ihrem Wahlrecht? Vor fünf Jahren haben davon gerade 48 Prozent Gebrauch gemacht. Wir haben mit einigen gesprochen.

Für Klaus Stiffel ist es eine Selbstverständlichkeit, zur Wahl zu gehen. - Fotos: Dejo

„Natürlich gehe ich wählen, das ist für mich eine Selbstverständlichkeit“, betont Klaus Stiffel. „Wenn ich etwas verändern möchte, es aber nicht selber machen kann, dann muss ich mir Volksvertreter wählen. Ich weiß schon sehr genau, wen ich wähle.“ Allerdings befürchtet er, dass es einen Rechtsruck gibt: „Das würde ich jedoch bedauern. Sehr froh bin allerdings, dass die AfD in der Stadt nicht antritt.“ Er wünsche sich, dass die politische Richtung eher etwas gen links ausschlägt: „Das ist dann mehr Bürgernähe, was sehr wichtig ist für die Stadt. Diese Richtung mag ich, weil die Politiker auch wirtschaftlich schlechter gestellten Bürgern eine Chance geben.“ Außerdem sei dort die Integrationspolitik ein wichtiges Thema.

Franz Hoffmann hingegen ist verärgert, er weiß daher nicht, ob er überhaupt zur Wahl geht: „Bisher habe ich immer von meinem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Aber in diesem Jahr habe ich mich noch nicht entschieden. Mir gefällt einfach nicht mehr, was da im Rathaus los ist.“ Er habe gehofft, dass es mit dem neuen Bürgermeister besser wird: „Aber bislang hat sich noch nichts getan. Das ganze Hickhack, das da jetzt über die Bühne geht, passt mir einfach nicht. Keiner bringt was, wen soll ich denn dann noch wählen?“ Es wäre an der Zeit, dass sich die Politiker endlich einmal einig werden.

Als Beispiel nannte Hoffmann das Hin und Her um den Abriss der Häuser am Marktplatz: „Das kann doch nicht sein, was da vor sich geht. Die sollen doch froh sein, wenn jemand kommt und richtig Geld in die Hand nimmt, um etwas Neues und Schönes zu bauen.“ Wenn es nach ihm ginge, könnte das Eckhaus gegenüber an der Burgstraße gleich mit abgerissen werden.

Als die Pflicht eines jeden Wahlberechtigten sieht Peter Hahn den Gang zur Wahlurne an: „Wir leben in einer Demokratie. Da können wir Wähler mit unseren Stimmen einiges bewirken. Außerdem sollte sich jeder vor Augen halten, dass wir das Recht haben, zu wählen. Das ist längst nicht überall so.“ Er hoffe jedoch, dass es im neuen Rat etwas planvoller vor sich geht: „Diese ewigen Streitereien, die am Ende nichts bringen, müssen nicht sein.“ Wichtig sei, dass Harmonie einkehre: „Außerdem sollten nicht die Parteiinteressen, sondern die Stadt und ihre Bürger im Mittelpunkt stehen. Er hoffe, dass der neue Rat nicht auf die Idee komme, Bäume in der Kurve beim Krandelbad wegen der Feuerwehr zu fällen.

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