Bürger sind froh über das Malteser-Testzentrum im alten Feuerwehrhaus

„Ich kann das Virus nicht brauchen“

Test im alten Feuerwehrhaus von Wildeshausen: Thomas Schuldlos nimmt eine Probe bei Michael Claußen.
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Test im alten Feuerwehrhaus von Wildeshausen: Thomas Schuldlos nimmt eine Probe bei Michael Claußen.

Wildeshausen – Das alte Feuerwehrhaus in Wildeshausen befindet sich seit Montag in einer lange Zeit nicht erwarteten Zwischennutzung: In den Räumen, die später einmal das Urgeschichtliche Zentrum beherbergen sollen, haben die Malteser das Wildeshauser Corona-Testzentrum eingerichtet. Hier können sich Bürger des Landkreises Oldenburg an drei Tagen in der Woche kostenlos mit einem PoC-Antigentest darauf untersuchen lassen, ob sie sich möglicherweise mit dem Virus infiziert haben.

„Dann haben sie 24 Stunden Gewissheit, dass sie nicht ansteckend sind“, sagte Georg Rehaag, Wachenleiter der Malteser in Wildeshausen. Wer eine Viertelstunde nach dem Test warte, könne sich den Ausgang zudem schriftlich bescheinigen lassen. Im Idealfall fällt die Untersuchung negativ aus. Sollte jemand positiv getestet werden, kann er vor Ort gleich einen genaueren PCR-Test machen lassen, dessen Ergebnis allerdings erst Stunden später vorliegt.

Testzenrum am Wochenende vorbereitet

Über das Wochenende hatten die Malteser die Räume vorbereitet. Der Computer und die Datenverarbeitung können jedoch erst in den kommenden Tagen angeschlossen werden.

Als das Testzentrum um 9 Uhr öffnete, standen bereits zehn Personen vor der Tür und warteten. Da zeigte sich schon, dass das ehemalige Feuerwehrhaus mit seinen Räumen und dem langen Flur zwischen Fahrzeughalle und Testzimmer ideal ist. „Die Abstände können eingehalten werden“, lobte Rehaag.

Wer sich untersuchen lassen wollte, musste mit Maske eintreten, sich die Hände desinfizieren und einen Einwilligungsbogen ausfüllen. Dieser ist auch die Grundlage dafür, dass die Malteser später mit der Kassenärztlichen Vereinigung abrechnen können.

„Da wir auch für Kommunen in Kindergärten und Schulen testen, hatten wir eine große Menge Material bestellt“, berichtete Rehaag. Somit seien keine Engpässe zu erwarten.

„Ich kann mich nach dem Test sicherer fühlen“

Die Tests werden von Haupt- und Ehrenamtlichen betreut. Am Montag waren in Wildeshausen sieben Leute vor Ort. Während die medizinische Fachangestellte Edith Rose die Tests vorbereitete, führte Notfallsanitäter Thomas Schuldlos die Stäbchen in die Nase ein. Vor jedem Kundenbesuch wurde der Sitz desinfiziert.

Ingrid Bockmann aus Wildeshausen achtete beispielsweise sehr genau darauf. Die 64-Jährige ist vielfach schwer vorerkrankt und deshalb besonders vorsichtig. „Ich kann das Virus nicht brauchen“, sagte sie noch recht locker und fügte ernst hinzu: „Dann haut es mich um.“ Bockmann ist im Alltag sehr umsichtig und hat sich auch die Corona-Warn-App heruntergeladen. „Aber das ist mir nicht sicher genug“, betonte sie und kündigte an, dass sie den Service, sich ab jetzt wöchentlich einmal kostenlos testen zu lassen, in jedem Fall wahrnehmen möchte.

„Ich kann mich nach dem Test sicherer fühlen“, begründete Gisela Pundt aus Wildeshausen, warum sie sich testen ließ. Die 79-Jährige wartet darauf, dass sie endlich geimpft wird. Michael Claußen aus Hatten hatte einen anderen Grund, warum er gekommen war. „Der Chef hat gesagt, wir sollen das machen“, erklärte der Mitarbeiter von EWE-Netz. Er habe regelmäßig Kundenkontakt und da sei es gut, getestet zu werden.

56 Menschen kamen am ersten Tag

„Das ist super gelaufen“, freute sich Rehaag nach den ersten drei Stunden in Wildeshausen. 56 Menschen hätten sich testen lassen. Am Abend ging es dann weiter nach Harpstedt in den Koems, wo ebenfalls getestet werden sollte. Über mangelnde Beteiligung bei seinen Mitarbeitern braucht sich Rehaag nicht zu beklagen. „Wir wollen alle raus aus der Pandemie. Das geht nur mit Testen und Impfen“, sagte er. Deshalb würden sich viele Ehrenamtliche in den Dienst der guten Sache stellen.  

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