Die Gesundheitsregion legt ein bundesweit bislang einmaliges Projekt auf

Humor hilft Helfern helfen

Experte in Sachen Humor: Markus Weise soll insbesondere angehende Pflegekräfte unterrichten.
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Experte in Sachen Humor: Markus Weise soll insbesondere angehende Pflegekräfte unterrichten.

Landkreis – Es ist eine alte Volksweisheit: „Mit Humor geht alles besser.“ Doch oftmals ist das nicht der erste Gedanke, der einem durch den Kopf geht, wenn man angespannt ist oder wenn es nicht gelingt, eine Verbindung zu seinem Gegenüber zu entwickeln. Und die Pandemie mit ihrem ganzen Ballast hat in den vergangenen Monaten die Situation für viele Menschen da nicht einfacher gemacht. Insbesondere für diejenigen, die während dieser Zeit besonders gefordert waren: die Frauen und Männer in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

In einem neuen Projekt verbindet die Gesundheitsregion im Landkreis beide Themen: Unter dem Titel „Humor hilft helfen“ geht ab September eine langfristig angelegte Aktion an den Start, berichtet Rabea Beyer vom Gesundheitsamt des Landkreises. Zielgruppen sind die Pflegekräfte in der Region und dabei insbesondere die Auszubildenden in dem Bereich. „Das passt perfekt gerade in diese schwierige Zeit“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Bei der Schulung gehe es letztlich um eine bessere Grundhaltung durch Humor. Das soll nicht nur in einzelnen Situationen helfen, sondern auch langfristige Strukturveränderungen der Einrichtungen anstoßen. Gab es etwas Vergleichbares schon anderorts? „Wir sind die Ersten überhaupt“, freut sich Beyer über das Zustandekommen der Aktion.

Nach einer Auftaktveranstaltung für Schulleitungen und Leiter der Ausbildungsverbände im September seien zunächst Kurz-Workshops für die Lehrer in den Schulen geplant. „Damit sie wissen, was auf sie zukommt“, so Beyer. Später sollen dann alle Auszubildenden an den betreffenden Schulen in Wildeshausen und Delmenhorst pro Jahr an einem Workshop teilnehmen können. Als Experten in Sachen Humor haben die Veranstalter Markus Weise aus Delmenhorst gewonnen: Der Komiker, Moderator und ehemalige Berufsschullehrer ist unter anderem „zertifizierter Humorberater“ und arbeitet gezielt mit den Schwerpunkten „Humor in Therapie, Pflege und Beratung“. Im Landkreis ist er nicht zuletzt durch sein Mitwirken im Ganderkeseer Fasching bekannt.

Von-Hirschhausen-Stiftung interessiert

„Es geht nicht darum, alles umzukrempeln“, erläutert Beyer weiter, „es sind die kleinen Schritte.“ Den Teilnehmern der Workshops sollen gleichsam Werkzeuge an die Hand gegeben werden, die ihnen dann später – und je nach Situation – gezielt zur Verfügung stehen. So könne es etwa darum gehen, sich besser in die Situation eines anderen zu versetzen oder auf humorvolle und einfache Art und Weise Kontakt zu den Patienten aufzubauen.

Die Aktion der Gesundheitsregion geht in Teilen auf zwei Ideen zurück, berichtet Beyer: Einmal die regionale Gesundheitswoche „Wege zum Glück“ im Jahr 2019 sowie die Stiftung des Arztes und Kabarettisten Eckart von Hirschhausen namens „Humor hilft heilen“. Auch dort habe sie nach Unterstützung gefragt, doch sei die Einrichtung auf die Arbeit mit Patienten ausgerichtet, so Beyer. Gleichwohl sei die Stiftung sehr an den Ergebnissen der abschließenden Evaluierung des Projekts im Landkreis Oldenburg interessiert.

Finanziert wird „Humor hilft helfen“ durch einen Zuschuss der Gesundheitsregion Niedersachsen in Höhe von 35 000 Euro sowie aus Mitteln der hiesigen Region. Pflegeeinrichtungen, die sich beteiligen wollen, können sich an die Gesundheitsregion wenden. Im Gegensatz zu den Bildungseinrichtungen ist für sie die Teilnahme nicht kostenlos. Beyer ist unter der Telefonnummer 04431/85674 oder per E-Mail an Rabea.Beyer@oldenburg-kreis.de zu erreichen.

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