Insa und Stephan Huck lassen denkmalgeschütztes Haus sanieren

Hübsches Kleinod an der Kirchstraße

Viel Arbeit: Das denkmalgeschützte Gebäude wird saniert und dann vermietet. Es gehört zu einem Ensemble aus Ackerbürgerhäusern. Foto: dr

Wildeshausen – Wer nachspüren möchte, wie Wildeshausen vor rund 100 Jahren ausgesehen hat, der begibt sich am besten in den Bereich rund um die Kirchstraße in der Kreisstraße. Hier finden sich mehrere Häuser mit einem Alter von mindestens 100 Jahren, die unter Denkmalschutz stehen und einen Eindruck von dem noch recht beschaulichen Ackerbürgerstädtchen Ende des 19. Jahrhunderts vermitteln.

Derzeit wird an der Kirchstraße 6 ein weiteres Haus fachgerecht saniert. Neue Besitzer sind Insa und Stephan Huck aus Neerstedt. „Als uns Architekt Stephan Damke, Nachbar im Haus Kirchstraße 8, darauf aufmerksam gemacht hat, haben wir uns gleich in das Kleinod verliebt“, erzählt Insa Huck. Sie genießt es schon jetzt, im Obergeschoss des Gebäudes an einem der beiden Erker zu stehen und den Blick schweifen zu lassen. Von dort ist nicht nur die Alexanderkirche mit dem denkmalgeschützten Wall und der Herrlichkeit zu sehen. Gleich nebenan befindet sich das mehr als 200 Jahre alte Ackerbürgerhaus von Damke. Auch der mehr als 200 Jahre alte Fachwerkspeicher wurde vor wenigen Jahren komplett entkernt, fachgerecht saniert und ist nun ein Ferienhaus.

Arbeiten in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt

Ähnliches passiert nun in Hucks Immobilie. Das Gebäude wird energetisch und technisch fit gemacht. Damit der Charme und – wie es das Landesamt für Denkmalpflege formuliert – die regional nicht alltäglichen Gestaltwerte erhalten bleiben, erfolgen sämtliche Arbeiten in enger Abstimmung mit Stefan Effenberger vom Denkmalschutzamt des Landkreises Oldenburg sowie Architekt Damke.

In einem ersten Schritt wurde vor wenigen Wochen das Dach geöffnet. Die alten Tonziegel sind allerdings später nicht mehr verwendbar. Die neue Bedeckung passt sich jedoch nach Angaben der Bauleute harmonisch in die Umgebung ein.

Gebäude wurde um 1910 errichtet

„Von Eva-Maria Ameskamp, Historikerin im Bürger- und Geschichtsverein, haben wir erfahren, dass das alte Gebäude 1909 abgerissen wurde. Um 1910, so schätzt und beschreibt es das Landesamt für Denkmalpflege, wurde das neue, jetzige Gebäude als Putzbau mit Anklängen an den Jugendstil errichtet“, erzählt Insa Huck.

Nach Erzählungen der Voreigentümerin Renate Eilers hätten es die verschiedenen Eigentümer (Schuhmacher, Auktionator und Ärztin) als Wohnhaus für Flüchtlingsfamilien oder für die eigene Familie genutzt. Der Auktionator soll ein „Kabuff“ für sich behalten haben, um dort zum Beispiel während des Gildefestes zu übernachten.

Rechtsanwalt zog nach nebenan

Das Obergeschoss blieb auch später noch lange Mietwohnung, während im Erdgeschoss Rechtsanwalt und Notar Dr. Harald Hofmiller seine Kanzlei einrichtete – ab 1959 zusammen mit Rechtsanwalt Jan Eilers. Später befand sich dort die Kanzlei Eilers und Stolz. Eilers starb 2009. Die Kanzlei Stolz, Bindt und Kollegen zog vor wenigen Jahren nach nebenan in das Haus Nummer 8.

Nachdem das Haus Kirchstraße 6 auf dem gut 300 Quadratmeter kleinen Grundstück von Renate Eilers, der Witwe von Jan Eilers, eine Weile leer gestanden hatte, haben es Stephan und Insa Huck gekauft.

Konkrete Pläne für die Nachnutzung

Was die Nachnutzung des fertiggestellten Hauses ab Herbst betrifft, gibt es schon konkrete Pläne. „Das Erdgeschoss ist bereits vergeben. Im Dachgeschoss entsteht eine rund 100 Quadratmeter große Wohnung mit Küche, Ess- und Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad und Gäste-WC. Das Appartement wird über eine etwa 27 Quadratmeter große, herrliche Dachterrasse verfügen“, schwärmt Insa Huck.  dr

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