„Freetime Old Dixie Jassband“ in Wildeshausen

Hommage an berüchtigten „Charleston“

Die „Freetime Old Dixie Jassband“ im Saal der Musikschule.

Wildeshausen - Souverän, ausdauernd, leidenschaftlich und mitreißend – so präsentierte sich am Samstagabend im Kreismusikschulsaal die „Freetime Old Dixie Jassband“ aus den Niederlanden. Die erfahrenen Musiker aus Enkhuizen waren zum zweiten Mal in Wildeshausen zu Gast. Nach dem Überraschungserfolg im Oktober 2014 hatten die Wildeshauser Jazzfreunde die sechs Musiker als einen der Höhepunkte des Jahres im Programm.

Dem frühen, traditionellen Jazz aus den 20er Jahren hat sich die niederländische Band verschrieben, die bereits ihr 45-jähriges Bestehen feiert. Im Jahr 1971 gründete sich die „Freetime Old Dixie Jassband“.

In Wildeshausen verstand sie es wieder, die Jazzfans zu begeistern. Zu ausgewählten Songs ließen einige der Musiker auch ihre Stimmen erklingen. So rockten die Jazzer die Bühne, während sie sangen: „Saturday Night you will find me rockin‘ all alone some day“. Zwischendurch gab es auch langsame und herzergreifende Jazzballaden zu hören. Klangversunken schien dabei Klarinettist Jan Jaap Kroeb bei seinen Soli mit geschlossenen Augen mit seinem Instrument zu verschmelzen.

Für noch mehr Begeisterung im Publikum sorgten jedoch stets die schnellen Stücke zum Mitswingen. Dabei bewiesen die Jazzer nicht nur ebenfalls ihre Leidenschaft für die Musik, die den Funken aufs Publikum überspringen ließ, sondern sie zeigten bei den durchweg langen Stücken auch souveräne Ausdauer. Natürlich schuldeten die Musiker der Jazzkoryphäe Louis Armstrong einige mitreißende Songs.

Als Koryphäe bewies sich dabei so manches Mal auch Bassist Jaap de Wit, der bei einigen Stücken seinen Kontrabass einfach stehen ließ, um zu dem seltenen Basssaxophon oder zu dem imposanten Sousaphon zu wechseln. Mit 20 Kilogramm Blech auf dem Rücken lief er dabei zu musikalischen Höchstleistungen auf und ließ sein stattliches Instrument so manch heißen Tanz vollführen.

Um einen heißen Tanz ging es auch bei dem Stück „Don’t forget to mess around“. Der Song von „Louis Armstrong and his Hot Five“ stellt eine Hommage an den berüchtigten „Charleston“ dar. Während Posaunist Rob Vlam zwischendurch am Mikrofon mit seinem unverwechselbaren Gesang einheizte, griff Jaap de Wit dabei zum Basssaxophon.

Auch den Altmeister Sidney Bechet hatten die Musiker im Repertoire. Von dem kreolischen Jazzmusiker, der lange Zeit in Frankreich lebte, gab es unter anderem „Dans la rue d’Antibes“ zu hören. Jos Reijnhous komplettierte die Bläserfront an der Trompete, mit der er bei so manchem Solo glänzte. Piet de Wit am Banjo und Cees Vermeulen am Schlagzeug komplettierten die Rhythmusgruppe. - an

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