30 Monate wegen Betrugs in 15 Fällen

Holzhändler muss nun doch ins Gefängnis

Wildeshausen/Oldenburg - Nach einem Weg durch alle gerichtlichen Instanzen hat das Oldenburger Landgericht am Mittwoch einen 46-jährigen Holzunternehmer aus Wildeshausen wegen Betruges in 15 Fällen zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Der Angeklagte, der zu den Tatzeiten bereits zahlungsunfähig war, hatte bei einem Holzlieferanten Ware für 95 .000 Euro bestellt, aber nicht bezahlt.

Bauherren, die bei dem 46-Jährigen Holz gekauft hatten, mussten Vorkasse leisten. Die Ware gab es aber nicht. Außerdem hatte der Angeklagte sein Auto in einer Wildeshauser Werkstatt reparieren lassen, die Arbeiten aber ebenfalls nicht bezahlt. Insgesamt war ein Schaden von mehr als 100. 000 Euro entstanden.

Der Angeklagte ist erheblich und einschlägig vorbestraft. Wegen der Vorwürfe stand er schon mehrmals vor Gericht.

Erstinstanzlich war der 46-Jährige vom Amtsgericht in Wildeshausen im Juni 2016 zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt worden. Das dürfte ihn geschockt haben. Gegen das Urteil hatte er sofort Berufung eingelegt. Er wusste, dass er etwas Besonderes liefern musste, wenn die erste Berufungsverhandlung vor dem Oldenburger Landgericht noch mit einer Bewährungsstrafe enden sollte. Der 46-Jährige, der bei jeder Bank verbrannt war, musste den Hauptschaden von 95 .000 Euro vom Tisch bekommen. Dazu liehen ihm Verwandte und seine Familie Geld.

So gestärkt ging der Angeklagte im August vorigen Jahres in die erste Berufungsverhandlung. Seine Rechnung ging auf. Dass er den größten Schaden wieder gutgemacht hatte, wurde ihm ganz erheblich strafmindernd angerechnet. Das neue Urteil damals: zwei Jahre Haft auf Bewährung. Doch das gefiel der Staatsanwaltschaft nicht. Sie ging in die Revision. Das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg hob das Urteil wieder auf. Das OLG hatte den Hauptmilderungsgrund (Schadenswiedergutmachung) infrage gestellt. Der Angeklagte habe das Geld in seiner Familie gesammelt. Das stelle für ihn kein besonderes Opfer da. Dann könne sich ja jeder, dessen Familie Geld besitze, freikaufen, so das OLG.

Das Verfahren wurde zwecks Neuverhandlung an das Landgericht zurückverwiesen. Jetzt stellte die Kammer fest, dass eine Schadenswiedergutmachung durchaus eine mildernde Wirkung haben könne, aber eben nicht in dem Ausmaß, dass es im vorliegenden Fall für eine Bewährungsstrafe reichen könnte. 

wz

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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