Wildeshauserin möchte Pferdesport-Bedarf am Westring anbieten / Lösung gefunden?

Hohe Hürden für Handel

Katja Neuefeind vor ihrem Geschäft in Dötlingen. Vielleicht eröffnet sie aber bald am Westring einen Laden. - Foto: dr

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Ursprünglich wollte Katja Neuefeind aus Wildeshausen Anfang dieses Jahres möglichst schnell einen Laden für Reitsportbedarf in der Kreisstadt eröffnen. Das aber gestaltete sich deutlich schwieriger als gedacht. Weil sie im „Schafkoben“ am Westring zunächst wegen nicht so leicht verständlicher Regelungen nicht unterkam, hat sie nun ein Geschäft am Dorfring 41 in Dötlingen eröffnet. Vielleicht kann sie aber schon bald doch noch in die Stadt umziehen.

Wer was wo am Westring verkaufen darf, ist gar nicht so leicht zu erfassen, denn der dortige Handel soll die Geschäfte in der Innenstadt nicht gefährden. Aktuell wird der Bebauungsplan 50 zudem komplett überarbeitet, sodass Gewerbeflächen zu Einzelhandelsflächen umgewandelt werden können. Aber auch dann sollen nach Möglichkeit keine zentrenrelevanten Sortimente auf größerer Fläche angeboten werden.

Neuefeind hatte vor einem Jahr mit einem Online-Handel für Reitsportbedarf an der Bürgermeister-Lickenberg-Straße in Wildeshausen begonnen. Dort wurden die Lagerflächen jedoch schnell knapp, und außerdem wollte sie einen Laden eröffnen, um den Kontakt zu den Kunden zu intensivieren. Am liebsten wollte Neuefeind in Wildeshausen bleiben. Doch in der Innenstadt boten sich ihr keine guten Gelegenheiten. Einerseits werden dort sogar in 1-B-Lagen, zum Beispiel an der Huntestraße, elf Euro pro Quadratmeter Miete verlangt, andererseits gibt es dort für ihren Kundenkreis kaum Möglichkeiten, zu parken. „Die kommen manchmal direkt nach einem Turnier mit dem Anhänger und möchten einkaufen“, so die 26-jährige Händlerin.

Der „Schafkoben“ am Westring schien ihr dagegen besonders gut geeignet zu sein. Dort sucht Wilhelm Schilling seit dem Auszug von „Subway“ schon seit vielen Jahren nach einem guten Mieter. Bislang vergeblich. „Ich hatte seriöse Casino-Betreiber, ein Gesellschaftskleider-Unternehmen und eine Brillenmanfaktur, die hier einziehen wollten“, berichtet der Wildeshauser. „Doch alles wurde mir von der Stadt abgelehnt.“ Zusätzliche Spielhallen werden in Wildeshausen nicht gerne gesehen, Bekleidung und Brillen schwächen den Innenstadthandel und sind somit am Westring ausgeschlossen.

Der Wunsch von Neuefeind passte dagegen gut ins Konzept. Die Verhandlungen liefen erfolgreich, der Vertrag lag schließlich unterschriftsreif vor. Doch dann wurde dem Vermieter einen Tag vor der Unterzeichnung vom Bauamt der Stadt signalisiert, dass der Handel so nicht genehmigungsfähig sei. Für Neuefeind ein erneuter Schlag ins Kontor, auf den sie mit Unverständnis reagiert. „Gleich nebenan hätte ich für eine hohe Miete in den Fahrradladen gehen können“, wundert sie sich. „Warum ist dort mein Handel erlaubt?“

Wie auch immer... Es kam schließlich zu einem Verständigungsgespräch mit Wirtschaftsförderer Claus Marx, Bauamtleiter Michael Müller und Bürgermeister Jens Kuraschinski. Man einigte sich, den Wunsch positiv zu begleiten. Offenbar muss nun eine Nutzungsänderung beantragt werden, um auf einer Fläche bis zu 100 Quadratmeter Sportartikel anbieten zu können. Das hätte gute Aussichten, vom Landkreis genehmigt zu werden. „Als der Schafkoben vor 22 Jahren entstand, wurde dort Einzelhandel bewilligt“, sagt Schilling. Zusammen mit den Architekten müsste nun genau festgelegt werden, wo Verkaufs-, Ausstellungs- oder Lagerflächen seien. Dann aber stehe seiner Einschätzung nach einem Sportartikel-Verkauf am Westring nichts mehr im Weg. So sieht es auch der Wirtschaftsförderer.

Neuefeind ist nun gespannt, wie sich die Dinge entwickeln. Mit ihrem Laden am Dorfring ist sie zunächst sehr zufrieden. „Ich bin hier richtig gut aufgenommen worden“, sagt sie. Von daher könnte sie sich vorstellen, zwei Standorte für ihren Betrieb, in Dötlingen und in Wildeshausen, zu haben – wenn es denn für den „Schafkoben“ „grünes Licht“ gibt.

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