Philipp Hogeback ist wegen der Corona-Pandemie zwei Jahre im Amt / Ruhige Pfingsttage

Hoffentlich nicht der „ewige Schaffer“

Kein Gildefest in diesem Jahr: Birte und Philipp Hogeback in ihrem Garten. Philipp hat die Offiziersuniform schon im heimischen Schrank. Foto: dr

Wildeshausen – Birte und Philipp Hogeback, das derzeitige Schafferpaar der Wildeshauser Schützengilde, wird in die Geschichtsbücher der Bürgergemeinschaft eingehen, obwohl es einen Großteil seiner Bewährungsproben noch gar nicht absolviert hat.

Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg hat die Schützengilde ein Schafferpaar gehabt, das zwei Jahre im Amt war. Weil das Gildefest und damit auch die Ernennungen und Beförderungen am Pfingstdienstag ausfallen, wird Philipp Hogeback erst im nächsten Jahr Fähnrich. Vorausgesetzt, dass es dann einen Impfstoff gegen Covid-19 gibt und zu Pfingsten gefeiert werden darf. „Ich bin da ganz zuversichtlich“, sagt der 33-Jährige und fügt verschmitzt hinzu: „Ich möchte ja nicht als ewiger Schaffer in die Geschichte der Gilde eingehen.“

„Zusammenhalt in der Truppe ist klasse“

Die ersten Monate in seinem Amt hat Hogeback als sehr angenehm erlebt. „Der Zusammenhalt in der Truppe ist schon klasse“, sagt er. Dass die Gilde gelebt wird, kennt er allerdings schon sein Leben lang. Sein Vater ist seit 46 Jahren in der Wachkompanie aktiv. Der Junior trat 2004 als Schwarzrock in die Gilde ein und war seit 2006 in der Wachkompanie. Seit 2011 wirkte er als Protokollführer der Gilde und kennt somit viele Abläufe in der Bürgergesellschaft schon ganz genau – wenngleich aus einer anderen Perspektive.

Ab Beginn des Jahres waren Birte und Philipp Hogeback intensiv mit den Planungen für das Schaffermahl im März beschäftigt – der ersten großen Bewährungsprobe. „Es war eigentlich alles vorbereitet“, erzählt Birte, die als Angestellte des Stadtmarketings zudem mit der Verteilung der Sitzplätze sowie der sonstigen Organisation betraut war. „Wir hätten nur noch die Zinnkrüge putzen müssen“, ergänzt Philipp. „Und dann war alles vorbei.“

Am Tag des Schaffermahls den Zylinder umgesetzt

Die Absage des Schaffermahls war der erste Vorbote, dass in diesem Jahr kaum etwas so sein wird wie bisher. Am Abend, an dem es eigentlich im Rathaussaal feiern wollte, saß das Schafferpaar zu Hause im Wohnzimmer. Ein wenig wehmütig öffneten sich die beiden ein Bier. „Und dann habe ich kurz den Zylinder aufgesetzt und die Kette umgehängt“, erzählt Philipp Hogeback lächelnd.

Dass alles abgesagt werden musste, hat das Schafferpaar nach eigenen Aussagen erst am Himmelfahrtstag so richtig realisiert. Wie bei allen wichtigen Gildeterminen erinnerte der Kalender im Smartphone an ein weiteres geplantes Ereignis, das nicht stattfinden darf: den Auftakt des Gildefestes. „Das war schon ein wenig deprimierend“, sagt Philipp Hogeback. „Da merkte man, dass diesmal gar nicht gefeiert wird.“

Gemeinsam mit dem Königspaar Essen gehen

Erschwerend kam für ihn dazu, dass er einen Tag vor Himmelfahrt die maßgeschneiderte Uniform bekam, nach der er sich schon sehr gesehnt hatte. „Die werde ich offiziell dann erst in einem Jahr tragen“, so der Schaffer.

Und wie geht es über Pfingsten weiter? „Wir haben keinen großen Plan, was wir machen werden“, berichtet Birte Hogeback. Sie seien für Sonnabend mit dem Königspaar Jan und Friederike Hoffrogge zum Essen verabredet. „Da werden wir das Jahr Revue passieren lassen“, erzählen die Hogebacks. Der König bleibt schließlich ebenso ein weiteres Jahr im Amt, und die beiden Paare verbindet mittlerweile eine Freundschaft.

Es fehlt das „Gildefest-Feeling“

„Vielleicht werde ich mir zu Pfingsten noch einmal die Schafferkette umhängen“, sinniert Philipp Hogeback. Weitere Aktivitäten erfolgen dann nach Gefühlslage. Eventuell unternimmt das Paar bei schönem Wetter eine Radtour. „Eigentlich müssten wir hier im Garten eine Bratwurst- und eine Bierbude haben“, sagt Birte Hogeback schmunzelnd. „Dann hätten wir wenigstens ein wenig Gildfest-Feeling.“

Wer weiß, vielleicht kommt ja ein Fähnrich oder jemand von der Wachkompanie mit Pommes und Bier vorbei. Auf Abstand. Das wäre die Gelegenheit, einmal auf die Gilde anzustoßen. Denn erst nächstes Jahr heißt es schließlich offiziell wieder: „Pingsten wart fiert!“

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