Wirtschaftsförderer Marx „ganz entspannt“

Wildeshausen-West: Hoffen auf Verfahrensfehler

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Die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems lehnt das Abholzen von Bäumen für Wildeshausen-West ab.

Wildeshausen - Naturschützer hoffen auf einen Verfahrensfehler, um die Einrichtung des Industrie- und Gewerbegebiets Wildeshausen-West mindestens zu verzögern. Hintergrund ist, dass die in Wardenburg ansässige Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) nicht als Träger öffentlicher Belange in das Verfahren involviert wurde. Dabei geht es um die Änderung des Flächennutzungsplans für ein mehr als 30 Hektar großes Waldgebiet bei Aumühle, das lange Zeit einen Campingplatz beherbergte.

„Als anerkannter Naturschutzverband kennen wir es so, dass wir beteiligt werden“, unterstrich Antje Reimann aus dem Vereinsvorstand. Heißt: Die BSH hätte von der Stadt um eine Stellungnahme gebeten werden sollen. So erfuhren die Mitglieder aus der Presse von der Auslegung der Planänderung. „Für uns stellt sich die Frage: Ist das ein Verfahrensfehler?“ Wenn ja, „könnte das gravierende Auswirkungen haben, die dazu führen, dass das Verfahren neu aufgerollt wird“.

Der Wildeshauser Wirtschaftsförderer Claus Marx, entschiedener Verfechter von Wildeshausen-West, gibt sich allerdings ganz entspannt. Streng genommen sei die BSH kein Träger öffentlicher Belange. Dennoch habe die Stadt den Naturschützern nun eine Fristverlängerung für Einwendungen gegen Wildeshausen-West von rund vier Wochen eingeräumt – auf deren Antrag hin. „Das war ein Entgegenkommen von uns“, betont Marx. Anwohner hatten bis zum 16. Juli Gelegenheit, schriftlich zu erklären, was aus ihrer Sicht gegen die Änderung des Flächennutzungsplans spricht. Das geschah in mehr als 30 Fällen. Die Interessengemeinschaft Steinloge hatte die Anwohner mobilisiert.

Lebensraum der Waldschnepfe

Auch die BSH hat, obwohl etwas überrascht, ihre Einwände auf drei Seiten zusammengetragen. Der Verein „lehnt das Vorhaben entschieden ab“, heißt es. Die Naturschützer kritisieren den Flächenverbrauch, weil im Metropolpark „Hansalinie“ und dem geplanten interkommunalen Gewerbegebiet Hockensberg genügend Areale für Betriebe zur Verfügung stünden. Auch sei eine Belastung des Hageler Bachs und der Aue zu befürchten. Zudem würde der Hageler-Bach-Talraum, der landschaftlich ausgesprochen wertvoll sein soll, leiden, befürchtet der BSH-Vorstand.

An betroffene Tierarten listet die BSH Waldschnepfe, Trauerschnäpper, Bluthänfling und Baumpieper auf. Gleichzeitig wollen die Naturschützer noch eigene Untersuchungen in Bezug auf andere gefährdete Arten durchführen. Auch Restbestände alter Eichen in dem Wald seien besonders wertvoll.

Die politischen Gremien der Stadt werden nach der Sommerpause über die Einwendungen und ihre eventuelle Berücksichtigung beraten. 

bor

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