Mineralwasser sehr begehrt

Bei Getränkehändlern werden die Kisten knapp 

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Bei Getränke Nordmann wird zurzeit unter Hochdruck gearbeitet. Die Mitarbeiter des Wildeshauser Großhändlers haben gut zu tun, um die Wünsche der Kunden zu befriedigen. Die wollen angesichts der Hitze vor allem eins: Mineralwasser.

„Wir haben die Nachfrage im Griff“, ist Roland Damme, Nordmann-Geschäftsführer zuversichtlich. „Aber es ist eine große Anstrengung, und es darf nichts schief gehen“, meint er. Dabei ist der Großhändler von den Produzenten abhängig. „Im Mai gab es Engpässe in der Industrie“, erinnert er sich. Probleme würden sich in der Regel einige Zeit vorher abzeichnen. „Die Ausliefer-Frequenzen werden dann niedriger, und unsere Fahrzeuge müssen länger stehen, bis sie beladen werden.“

Auch wenn derzeit noch alles läuft, haben die Produzenten laut Dammes Einschätzung aktuell Probleme, genug Leergut zu bekommen. „Das wird echt schwierig“, schätzt der Geschäftsführer angesichts dessen, dass es noch länger heiß bleiben soll.

„Kunde schleppt zehn Kisten auf einmal raus“

Der Nordmann-Geschäftsführer beobachtet, dass vermehrt nicht-alkoholische Getränke nachgefragt werden. Ähnlich sieht es Andreas Heine, Marktleiter bei „Zisch“ am Westring. „Wasser wird stark nachgefragt, aber wir können noch gut mithalten.“ Derzeit habe er fast alle Artikel auf Lager. Von natürlichen Schwankungen wie Ernteproblemen bei Äpfeln für naturtrüben Saft mal abgesehen. „Und das Bier der ein oder anderen bayerischen Brauerei fehlt. Aber das mag auch mit dem nahenden Oktoberfest zu tun haben“, meint er. Dafür leidet der Betrieb wie auch andere Anbieter unter der Urlaubszeit. Längst nicht alle Mitarbeiter sind im Dienst, dafür sind aber deutlich mehr Kunden da als sonst in den Sommermonaten.

Beim E-Center Einemann, ebenfalls am Westring, ist bis auf ein, zwei Wassersorten auch noch alles da. „Gott sei dank haben wir einen hohen Lagerbestand“, meint Mitarbeiter Christoph Metzing angesichts des Interesses der Kunden. „Inzwischen ist die Nachfrage so hoch, dass wir unser Lager zweimal am Tag auffüllen müssen“, sagt er.

Würden Kunden in normalen Zeiten jeweils nur eine oder zwei Kisten Wasser kaufen, „gibt es jetzt einige, die zehn raus schleppen“, schildert Metzing einen Extremfall. Die stetige Nachfrage bringt den Markt in die Bredouille – zwar nicht, was das Wasser an sich angeht, aber die Kisten werden knapp. „Das Problem ist das Leergut. Ich habe kaum noch Kisten, weil die Lieferanten sie zum Auffüllen von Vollgut brachen“, informiert Metzing. Dort laufen die Anlagen auf Hochtouren.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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