Freiwilligendienst in Laos

Pia-Marie Kolloge: „Die Hitze macht uns beim Unterricht etwas zu schaffen“

Nicht nur trockener Unterricht – auch Aktionstage stellen die Freiwilligen auf die Beine.

Wildeshausen - Von Pia-Marie Kolloge. Seit zwei Monaten kann ich nun Laos meine neue Heimat nennen. Hier leiste ich entwicklungspolitischen Freiwilligendienst. Meine Mitfreiwillige Franzi und ich haben uns in unserem kleinen Haus eingelebt, können unser Moped bedienen und haben viele neue Menschen kennengelernt. Meine Arbeit macht mir sehr viel Freude, da ich motivierte Schüler habe, die Spaß daran haben, mit mir zusammen Englisch zu lernen.

In der Lao Youth Union (LYU) unterrichte ich mittlerweile fünf Tage die Woche etwa 40 Schüler. Doch es kommen ständig neue Gesichter dazu. Die LYU macht weiterhin kräftig Werbung für unsere Englischkurse, sodass wir sogar mittlerweile auf Plakaten verewigt wurden, die überall in Pakxan verteilt hängen. Die Motivation ist bei meinen Schülern sehr hoch, alle sind immer fleißig dabei. Leider sind diese oft sehr schüchtern, weshalb ich nun dazu übergegangen bin, viele Dialoge und kleine Spiele in den Unterricht mit einzubauen. Vor allem Spiele, bei denen die Schüler gegeneinander antreten müssen, finden großen Anklang.

So haben Franzi und ich an einem Freitag einen Aktionstag auf die Beine gestellt. Dabei haben wir unsere Kurse zusammen gewürfelt und verschiedenste Spiele mit unserem Unterricht verbunden. Die Schüler hatten dabei einen riesigen Spaß, und auch wir haben viel gelacht. Leider macht uns beim Unterrichten die Hitze etwas zu schaffen. Denn bei 30 Grad und einer extremen Luftfeuchtigkeit kommen wir schnell mal ins Schwitzen. Vor allem, weil wir diese Wärme aus Deutschland nicht kennen.

Ende jeden Monats muss ein Test geschrieben werden. Vor zwei Wochen war es soweit. Ich musste zum ersten Mal in meinem Leben eine Klausur vorbereiten und kann sagen, ich beneide meine Lehrer nicht. Denn die Klausur musste auch wieder korrigiert werden. Auch die Aufsicht war etwas mühselig. Die Schüler kennen es hier nicht, wie in Deutschland, alleine an einer Klausur zu arbeiten. So versuchten sie den Test in Gruppen oder mit Partner zu lösen. Meine Aufgabe bestand also darin, alle fünf Minuten die Jugendlichen an die Einzelarbeit zu erinnern. Insgesamt fiel der Test sehr positiv aus, was mich sehr gefreut hat.

Süßigkeiten für die Lehrer am Teacher‘s Day

Eine neue Erfahrung war für mich der Teacher‘s Day. Am Vortag findet kein normaler Unterricht statt, denn die Schüler bringen ihren Lehrer kleine Geschenke wie Süßigkeiten mit, basteln etwas für diese oder führen auch Dinge vor. Am Teachersday selbst fällt dann die Schule aus, sodass sich die Lehrer einen Tag ausruhen können. Wir wurden an diesem in die LYU eingeladen und haben mit den Mitarbeitern Beer Lao getrunken und gegessen. Am Ende haben wir sogar noch einen riesigen Präsentkorb mit Süßigkeiten, Kaffee und Getränken bekommen.

Vergangenen Freitag hatten wir Besuch von zwei „Weltwärts-Freiwilligen“ aus der Stadt Thakkek, vier Stunden entfernt von Pakxan, und einem Freiwilligen aus Kambodscha. Da wir diese in unseren Unterricht mit einbinden wollten, haben wir uns etwas Besonderes überlegt. Franzi und ich haben ein Lied herausgesucht, das hier relativ verbreitet ist, und haben mit dem Text einen Lückentext erstellt. So mussten die Schüler das Lied hören und dann den Text einfügen. Danach haben wir die Aussprache mit ihnen geübt, wobei wir die Unterstüzung von den drei anderen Freiwilligen hatten. Am Ende standen wir zusammen mit unseren Schülern zum Sonnenuntergang draußen im Kreis und haben „Let her go“ von Passenger gesungen.

Ich hab meine Arbeit hier wirklich zu schätzen gelernt. Ich habe Spaß, meine Schüler zu unterrichten und mir neue Dinge für den Unterricht auszudenken, damit dieser nicht zu trocken und langweilig wird. Denn ich möchte, dass die Menschen gerne in meinen Unterricht kommen und mit Spaß eine Sprache lernen, die heutzutage sehr wichtig geworden ist.

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