Freiwilligenagentur „,mischMIT!“ will Beratungsangebot erweitern

Hilfe für die Selbsthilfe

Am Mühlendamm möchte die Freiwilligenagentur „mischMIT!“ ihr Angebot erweitern. Foto: dr

Wildeshausen – Die Wildeshauser Freiwilligenagentur „mischMIT!“ erweitert ihr Aufgabenportfolio stetig weiter: Künftig soll die Einrichtung am Mühlendamm in Wildeshausen Anlaufstelle für einen Kreis von Zusammenschlüssen werden, den es im Landkreis Oldenburg bislang so nicht gibt: Mit „BeratS“ möchte die Agentur künftig Selbsthilfegruppen unterstützen. Dieter Brüggmann, Vorstand bei „mischMIT!“, hat am Dienstag dem Strukturausschuss des Landkreises die Pläne des Vereins vorgestellt. Das Gremium hatte zuvor bereits die finanzielle Unterstützung einer dreijährigen Pilotphase für eine vergleichbar angelegte Einrichtung befürwortet: Künftig werden in der Kreisstadt, und von hier aus, Vereine beraten – in der Beratungsstelle „BeratE“ (wir berichteten).

„Das Ziel des Landes ist, dass es Selbsthilfekontaktstellen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Niedersachsen gibt“, führte Brüggmann aus. Doch sei der Landkreis Oldenburg bislang noch unterentwickelt: Gegenwärtig wird die Beratungstätigkeit – quasi nebenbei – von der Behindertbeauftragten Rita Rockel zusätzlich übernommen. Die Verwaltung beziffert den Umfang mit „nur rund zehn bis 15 Prozent“ einer vollen Stelle. Damit werde dies nur „nachrangig“ behandelt und die Vorgabe aus Hannover bislang nicht erfüllt, so Brüggmann weiter. „Im Landkreis Vechta gibt es mehr als 100 Selbsthilfegruppe, und es werden immer mehr“, berichtete er weiter. Dort gebe es eine Kontakteinrichtung mit einer Vollzeitstelle. Der Unterstützungsbedarf, etwa in Rechtsfragen, sei aber auch im Landkreis Oldenburg vorhanden.

Wie groß die Bedeutung der Selbsthilfegruppen sei, lasse sich an der Art der Finanzierung ablesen: Die Personalkosten werden vom Land Niedersachsen und den Krankenkassen übernommen. Insbesondere Letztere haben „hohes Interesse an Selbsthilfegruppen“. Die Agentur habe in Hannover bereits Gesprächen geführt, fuhr er fort. Dort habe man den Wildeshausern signalisiert, die Personalkosten – Brüggmann schätzte den Bedarf auf anderthalb bis zwei Vollzeitstellen – übernehmen zu wollen. „Sobald die Mittel da sind, könnten wir kurzfristig loslegen“, stellte er in Aussicht. Nicht gefördert werden allerdings Sachkosten: Hier versprach er sich einen einmaligen Zuschuss von 10 000 Euro für die Einrichtung der Büroarbeitsplätze, sowie 4 000 Euro für Miete jährlich.

Bei zwei Enthaltungen befürwortete der Ausschuss die Förderung durch den Landkreis. „Das ist Hilfe zur Selbsthilfe“, hatte Franz Duin (SPD) zuvor befunden. Viele Selbsthilfegruppen stünden nicht im Fokus der Öffentlichkeit und verfügten über keine administrative Strukturen.  fra

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