Dringend Dolmetscherin benötigt

Hilfe für Integration durch Stadt?

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · Um auf die großen Sprachprobleme bei irakischen Schulkindern und deren Eltern in den Wildeshauser Schulen angemessen reagieren zu können, soll nun von der Stadt geprüft werden, ob es Möglichkeiten für eine Weiterführung und Ausweitung der bestehenden pädagogischen Stelle gibt. Derartige Angestelltenverhältnisse gehören zwar in die Zuständigkeit des Landes, die Stadt würde aber in Vorleistung treten, da es darum gehen muss, schnell zu handeln.

Roswitha Remmert, Leiterin der Wallschule in Wildeshausen, schilderte dem Schulausschuss am Donnerstagabend das Problem eindringlich. Die zurzeit tätige Mitarbeiterin Muri Mirsa habe lediglich eine Zehn-Stunden-Stelle, die zudem bis zum 31. Januar 2011 befristet sei. Das Geld dafür kommt aus Landesmitteln und sieht vor, dass Mirsa im Unterricht der Sprachlernklasse hilft. „Sie steht aber nicht für Dolmetschertätigkeiten zur Verfügung“, so Remmert. Diese seien aber ganz wichtig im Rahmen von Elterngesprächen. „Ohne Sprache können wir die Eltern nicht erreichen.“ Deshalb beantragt die Schule eine Erhöhung der Stunden und eine Weiterbeschäftigung der pädagogischen Mitarbeiterin über den 31. Januar hinaus. „Denn die Kinder bleiben danach ja auch noch bei uns.“

Der Bedarf an Unterrichtsbegleitung ist auch an der Holbeinschule und an der Hauptschule vorhanden. Dort und an der Realschule werden zudem öfters Dolmetscher benötigt. „Deshalb“, so regte Bürgermeister Kian Shahidi an, „müssen wir globaler denken.“ Eine Lösung könnte darin bestehen, eine Stelle in der Verwaltung zu schaffen. Diese Mitarbeiterin würde dann bedarfsgerecht eingesetzt.

Diese Idee stieß im Ausschuss auf Zustimmung, so dass die Verwaltung nun bis zum nächsten Verwaltungsausschuss am kommenden Donnerstag prüfen wird, ob Geld für eine neue Stelle zur Verfügung steht. Diese könnte dann auch wieder befristet werden, da die pädagogische Mitarbeiterin formal einen neuen Arbeitgeber bekommen würde.

Eine dauerhafte kommunale Finanzierung wollen die Politiker aber auf keinen Fall. Lars Kosten (FDP): „Dafür ist das Land zuständig. Wir müssen sehen wir wir aus dieser ‚Nummer‘ wieder herauskommen.“

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