Ware in Supermärkten teilweise ausverkauft / Wildeshauser Firma bietet Dusch-WCs an

Hier ist das Toilettenpapier überflüssig

Keine Hamsterkäufe nötig: Dennis Jöckel (links) und Simon Schmidt mit einem Dusch-WC, das ferngesteuert werden kann. Die Toilette funktioniert mit einem Wasserstrahl. Der Spritzschutz auf dem rechten Bild wurde nur zu Fotozwecken angebracht. Foto: bor/Schmidt

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. So mancher hat die Erfahrung schon machen müssen: Toilettenpapier ist in Zeiten des Coronavirus nicht mehr überall zu bekommen, obwohl Konsumenten teilweise von Supermarkt zu Supermarkt fahren, um die begehrte Ware zu ergattern. Wohl dem, der noch genug Rollen zu Hause hat. Allerdings gibt es auch Sanitäranlagen, deren Benutzer gar nicht erst auf das Papier angewiesen sind, wie Dennis Jöckel und Simon Schmidt von der Firma Paul Schmidt in Wildeshausen berichten.

Die beiden Projektleiter wollen kein Kapital aus der Krise schlagen, sondern weisen – mit einem kleinen Augenzwinkern – auf die papierlose Toilette hin, die das Unternehmen seit ein paar Jahren im Sortiment hat. Derzeit würden viele Kunden zwar noch die klassische Keramikschüssel ordern, aber „die Anfragen für die neue Technik sind da, und sie nehmen zu“, sagt Jöckel.

Das sogenannte Dusch-WC funktioniert mit einem Wasserstrahl, der den Intimbereich nach dem Stuhlgang säubert. Anschließend trocknet heiße Luft aus einem Föhn den nassen Hintern. Das alles lässt sich per Fernbedienung steuern und einstellen. „Die Wärme des Wassers, der Druck und wie sich die Düse mit dem Wasserstrahl bewegt, sind variabel“, sagt Schmidt, der selbst so eine Anlage zu Hause hat und davon begeistert ist. Auch die Kunden seien sehr zufrieden. „Jeder, der so ein Ding hat, schwört darauf.“

Allerdings ist nicht nur der Komfort höher, auch preislich spielen die Dusch-WCs in einer anderen Liga als klassische Toiletten. Je nach Hersteller müssten Käufer mit einem mittleren vierstelligen Betrag inklusive Einbau rechnen, sagen die Projektleiter. Die Kosten würden bei der Umrüstung einer Toilette auch stark davon abhängen, wie alt diese sei. Die neueren Spülkästen seien schon so gebaut, dass sie fürs Dusch-WC nicht ausgetauscht werden müssen. Allerdings sei es in fast allen Fällen notwendig, eine Stromleitung zur Toilette zu legen. „Bei Neubauten machen wir immer schon ein Leerrohr rein“, sagt Jöckel. „Nur für den Fall.“

Dass die neuartige Technik ihren Preis hat, liegt auch an der verbauten Elektronik, die von einem Durchlauferhitzer bis zu einem Annäherungssensor reicht. Letzterer erkennt, wenn sich jemand in Richtung Toilette bewegt und klappt automatisch den Deckel hoch.

Da müsse man sich theoretisch gar nicht mehr die Hände waschen, meinen Schmidt und Jöckel. Sie sehen neben der besseren Hygiene noch weitere Vorteile in dem Dusch-WC. „Wie gesagt, braucht man kein Papier mehr. Damit wird dann auch die Kläranlage entlastet“, so Jöckel. Und Hamsterkäufe beim Supermarkt können sich die Benutzer der Toilette damit wohl auch sparen.

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