Bürgermeister Jens Kuraschinski zeigt älteren Mitbürgern die Stadt im Bürgerbus

„Hier hat sich aber viel verändert“

Bürgermeister Jens Kurschinski (l.), Manfred Rollié (2.v.l.) und Renate Hocke (r.) fuhren mit den Wildeshausern durch ihre Heimatstadt. Foto: Rinne

Wildeshausen – Die Idee hatte Wildeshausens Alt-Bürgermeister Manfred Rollié. „Ich habe kein Auto und kein Fahrrad mehr. Mir stinkt es, dass ich die Entwicklung der Stadt nicht mehr vor Ort verfolgen kann“, ärgerte er sich. Und so kam er auf die Idee, speziell den Senioren in Wildeshausen eine Art „Sightseeingtour“ durch die Kreisstadt anzubieten. Bürgerbusverein und Stadt griffen den Vorschlag auf, und so gab am Sonnabend Bürgermeister Jens Kuraschinski gleich während zwei Rundfahrten den Reiseführer.

Zunächst ging es vom Bahnhof in Richtung Harpstedt. Die Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins, Renate Hocke, ließ es sich nicht nehmen, selber die Gäste zu chauffieren und Wissenswertes über den Verein an die sieben Mitfahrer der ersten Gruppe zu geben. Der Bürgerbus bestehe seit 2010 und transportiere inzwischen etwa 10 000 Fahrgäste pro Jahr. „Mit 1 960 Fahrgästen war der August der beste Monat seit unserem Bestehen“, informierte Hocke. Dennoch drückt den Verantwortlichen im Vorstand der Schuh. „Uns fehlen derzeit zehn Fahrer. Wenn sich das nicht bessert, werden wir unser Angebot einschränken müssen“, beklagt die Vorsitzende. Sienimmt Interessenten Bedenken, dass Auffälligkeiten beim Gesundheitscheck Auswirkungen auf die private Fahrlizenz haben könnte. „Wer bei uns fahren möchte, kann sich an den Bürgerbus-Verein wenden. Die Hürden sind nicht hoch“, animierte Hocke mögliche Bewerber, sich zu melden.

Kaum an den ersten Baugebieten an der Harpstedter Straße angekommen, erklang es im Bus: „Das hat sich hier aber verändert“ und „Den Kindergarten habe ich ja noch gar nicht gesehen.“ Gemeint war der städtische Kindergarten „Pusteblume“ am Twistringer Weg. Angesichts der Tatsache, dass die Einrichtung bereits seit zehn Jahren am Standort Twistringer Weg ansässig ist, wurde deutlich, wie klein der Wirkungsradius für Menschen mit eingeschränkter Mobilität doch ist.

Wie ein roter Faden zog sich diese Erkenntnis durch die etwa einstündige Rundfahrt. Am Ende waren alle vom Vorschlag Rolliés begeistert, solche Touren möglichst halbjährlich zu wiederholen. Besonderes Lob gab es für Kuraschinski, der die optischen Eindrücke mit Zahlen und Fakten unterfütterte. „Besonders die Erläuterungen durch den Bürgermeister waren sehr interessant“, bestätigten die Fahrgäste unisono.

Um 11.30 Uhr startete der Bus zur zweiten Tour. Die geplante Abendfahrt am Dienstag wurde übrigens abgesagt, da es dafür keine Interessenten gab.  hri

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