Nicht alle Läden sind geschlossen

Internetseite sammelt offene Betriebe: Hier läuft das Geschäft noch

Bedienen die Kunden an einer Absperrung: Elmar Imhülse und Hilde Rohner im „Grünen Warenhaus“ in Wildeshausen. Fotos: bor
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Bedienen die Kunden an einer Absperrung: Elmar Imhülse und Hilde Rohner im „Grünen Warenhaus“ in Wildeshausen.

Wildeshausen - Die Corona-krise bedroht das Geschäftsleben in vielen Branchen – von der Gastronomie über den Gartenfachhandel bis hin zum Modeladen. Allerdings denken offenbar inzwischen auch viele Kunden, dass alle Geschäfte in Wildeshausen geschlossen haben, die keine Lebensmittel verkaufen. Auf einer neuen Internetseite www.timmermannwhs.de sammelt Dirk Timmermann aus der Kreisstadt deswegen die Betriebe, die offen sind oder ihre Waren liefern. Diesen Service bietet er ehrenamtlich an.

„Ich habe beobachtet, dass Geschäftsleute berechtigte Existenzsorgen haben“, sagt Timmermann. Auf der anderen Seite seien ihm viele kreative Ideen aufgefallen, mit denen die Unternehmen versuchen, weiter im Geschäft zu bleiben. „Zum Beispiel, dass Kunden hupen und die Ware dann rausgebracht wird.“ Der Wildeshauser hatte einen Server sowie eine Internetadresse, die nicht genutzt wurden, und entschied sich kurzerhand, die Angebote zusammenzufassen. 20 bis 30 Betriebe sind dort zurzeit vertreten. Und ihre Zahl wächst.

„Ich werde von Firmen angesprochen oder sehe ihre Beiträge auf Facebook“, erklärt Timmermann. Er bittet die Unternehmen, einen kurzen Text und ein Bild oder Logo zu schicken. Dann pflegt er die Infos auf der Seite ein.

Der Medientechnologe arbeitet in einer Druckerei in Stuhr und kam morgens in der Frühstückspause auf die Idee für die Homepage. Er ist unter Telefon 0162/887068 und per E-Mail an Dirk@TimmermannWHS.de zu erreichen.

„Grünes Warenhaus“ regulär geöffnet

Dass Timmermann mit seiner Idee durchaus das Informationsbedürfnis der Kunden anspricht, zeigt ein Besuch im „Grünen Warenhaus“ an der Ahlhorner Straße in Wildeshausen. „Wir kriegen immer wieder Anrufe von Leuten, die denken, dass der Laden zu ist“, erzählt Elmar Imhülse, der das Geschäft führt. Dabei hat das Unternehmen für Tierbedarf ganz regulär geöffnet.

Bei Schnittker am Markt werden Kunden nach dem Klingeln bedient.

Allerdings versuchen Imhülse und seine Kollegin Hilde Rohner, den Schauverkehr seit einer guten Woche etwas einzuschränken. Deswegen befindet sich im vorderen Bereich des Ladens eine Absperrung. Wer schon weiß, welche Waren er will, bekommt diese an die Hand gereicht. Wer sich noch nicht sicher ist oder zum Beispiel einen Fisch kaufen will, kann sich selbstverständlich umsehen. „Vorher war es teilweise dicht auf dicht. Jetzt ist es besser“, sagt Imhülse, der sich nach jedem Kassieren die Hände desinfiziert.

Der Zugang übers Kreativeck ist übrigens nicht mehr möglich, weil dieser Laden schließen musste. „Das Tierfutter ist der Grund dafür, dass wir noch offen sind“, sagt Imhülse. Aber auch alle anderen Produkte sind noch zu erwerben. So hat das Warenhaus auch Sämereien (Saatmischungen) und Zubehör wir Spaten im Angebot.

Imhülse berichtet, dass das Geschäft sehr gut angelaufen sei, nachdem er im Sommer 2019 aus dem ehemaligen „Zoo 21“ wieder das „Grüne Warenhaus“ gemacht hat. Die Kette war insolvent gegangen, und er als langjähriger Mitarbeiter hatte die Chance genutzt. „Corona ist jetzt natürlich Gift. Aber wir halten durch“, verspricht Imhülse.

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www.timmermannwhs.de

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