Je nach Landkreis gibt es unterschiedliche Regelungen zum Einkauf in Elektronikmärkten

Hier erlaubt – dort verboten

Nur Abholen und keine Beratung: Kunden dürfen sich nur kurz im Euronics in Wildeshausen aufhalten.
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Nur Abholen und keine Beratung: Kunden dürfen sich nur kurz im Euronics in Wildeshausen aufhalten.

Wildeshausen – Jeder Landkreis kocht hier offenbar sein eigenes Süppchen: Im Euronics-Markt in Wildeshausen ist nur die Abholung von bestellter Ware erlaubt. Die Beratung der Kunden ist im Landkreis Oldenburg verboten. In den Euronics-Filialen Syke (Diepholz) und Westerstede (Ammerland) darf hingegen außer der Abholstation auch die Telekommunikationsabteilung öffnen. Dort können sich die Kunden über Handys und Co. informieren lassen. Grund für die je nach Landkreis abweichende Regelung ist die unterschiedliche Auslegung der Corona-Verordnung des Landes .

Kreis Oldenburg setzt auf Rechtssicherheit

Die schreibt in Paragraf 10 vor, dass alle Verkaufsstellen des Einzelhandels geschlossen sind. Im Folgenden werden die Ausnahmen wie Banken, Supermärkte und Apotheken aufgezählt. Elektronikfachmärkte wie Euronics fehlen. Doch es gibt auf der Internetseite des Landes auch eine Rubrik „Frequently asked Questions“ (FAQ). Und in einer dieser häufig gestellten Fragen lässt das Land wissen, dass Telefonshops öffnen dürfen. Diese seien als Dienstleistungsunternehmen anzusehen, die die telefonische Erreichbarkeit von Menschen sicherstellen.

„Wir gehen nach der Verordnung und nicht nach den FAQ“, betont Oliver Galeotti, Sprecher des Landkreises Oldenburg. Das sei rechtssicher, anders als die FAQ. Allerdings sieht er ein, dass die unterschiedliche Regelung „unbefriedigend für die Händler“ und auch im Sinne von Kontaktbeschränkungen „vielleicht nicht so zielführend ist“.

Galeotti verweist darauf, dass sich die Landkreise schon untereinander austauschen würden. „Aber das heißt nicht, dass wir es genauso wie Diepholz machen müssen.“ So hätten die benachbarten Landkreise Cloppenburg und Vechta ähnliche Regelungen wie der Kreis Oldenburg getroffen. Allerdings sieht der Kreis-Sprecher ein, dass „eine Aufweichung der Verordnung nicht für mehr Akzeptanz sorgt“. Galeotti weist allerdings auch darauf hin, dass die telefonische Beratung von Kunden in Wildeshausen weiter möglich ist. Und überhaupt könne die Öffnung einer einzelnen Abteilung zu vermehrtem Andrang führen.

Im Landkreis Diepholz hat man sich anders entschieden als in Wildeshausen. Telekommunikationsgeschäfte seien kein Einzelhandel, sondern eine Dienstleistung des täglichen Bedarfs und gehörten zur Daseinsvorsorge, sagt die Sprecherin des Landkreises, Mareike Rein. „Das heißt: Auch Handyläden dürfen öffnen.“ Das Land sei vermutlich auf dem gleichen Denkweg gewesen und habe diese Regelung deswegen in den FAQ berücksichtigt. Auch sie sieht zwar eine Diskrepanz zur Verordnung, beruft sich aber auf die häufig gestellten Fragen.

Von Ove Bornholt

Bei Euronics in Syke dürfen sich Kunden beim Handykauf beraten lassen.

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