Skulpturen für Spascher Sand

Zwei Künstler schildern ihre Ideen für Skulpturenpfad

Till Gerhard sitzt auf dem Fundament seiner Skulptur.
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Sitzt auf dem Fundament seiner Skulptur: Till Gerhardwird noch einige Arbeitsstunden bis zur Fertigstellung aufwenden müssen.

Der präzise Umgang mit der Kettensäge, Holzspäne in den Haaren und der Kleidung und jede Menge Schweiß. Das sind die Gemeinsamkeiten der Arbeit der Künstler Till Gerhard und Markus Keuler. Sie sind zwei Mitgestalter des neuen Skulpturenpfads, der im kommenden Frühjahr auf dem Waldgelände der Privatschule Gut Spascher Sand eingeweiht werden soll (wir berichteten). Wie weit sind die beiden Kunstschaffenden mit ihren Werken und was für Ideen haben sie?

Wildeshausen – Der 49-jährige freischaffende Künstler Till Gerhard hat auf den ersten Blick nicht viel mit der Bildhauerei am Hut, denn seine Passion ist die Malerei. In seinem Atelier in Huntlosen malt er großformatige Acryl- und Öl-Gemälde. „Die großen Bilder machen extrem Spaß. Besonders mag ich das Herumexperimentieren mit den Farben auf den Leinwänden“, erzählt Gerhard. Dabei kommt es ihnen besonders darauf an, dass er sich mit seinen Werken Zeit lassen kann. Gerne schaut er sich seine Bilder nach Wochen noch einmal an und verändert diese dann.

Baumhaus-Skulptur mit großem Fundament

Mit dieser Arbeitsweise nähert sich Gerhard auch seinem Werk für den Skulpturenpfad. Die Idee: Aus einem großen Baumstamm, den er von einem Förster aus einem umliegenden Wald bekommen hat, soll ein großes Fundament entstehen, auf dem er ein Baumhaus bauen möchte. „Das soll ein Symbol für einen Raum in der Kindheit werden, der frei für die eigene Imagination und Gedanken ist“, erklärt der 49-Jährige. „Ob es dabei bleibt, kann ich aber noch nicht genau sagen.“

Die Statue für den Skulpturenpfad ist die erste dieser Art für Gerhard. „Der Pfad bedeutet für mich eine gewisse Herausforderung, da ich zum ersten Mal etwas für draußen erschaffe“, erzählt er. Das eigentliche Problem – das Werk dafür haltbar zu machen – setzt er dabei besonders in Szene. „Die Skulptur wird aus unbehandeltem Eichenholz bestehen, welches zwar eine gewisse Zeit haltbar ist, aber mit den Jahren gewollt verwittern soll. So wird das Objekt nach und nach anders aussehen.“

Markus Keuler erschuf den „Kleinen Riesen als Tubisten“, der ein Musiker der „Inglourious Brazzbande“ darstellt.

Zwei weitere Künstler, die ein Werk zum neuen Skulpturenpfad beisteuern, sind bis zum 17. Oktober mit der gemeinsamen Ausstellung „Inglourious Brazzbande“ in der Kulturkirche St. Stephani in Bremen zu sehen. Markus Keuler und Klaus Effern zeigen dort eine Zusammenstellung aus 44 Musiker-Figuren die aus „Müll und Dingen bestehen, die bei anderen Ateliers übrig waren“, erklärt Keuler. Die Werke sind zwischen zehn Zentimeter und 4,70 Meter groß und wurden mit Pappe, alten Matratzen, Schuhen und jeder Menge Holz hergestellt.

Dass in Keulers Werken Holz eine wichtige Rolle spielt, ist kein Wunder, denn er ist eigentlich gelernter Tischler. „Aber mich hat schon immer das Kreative gereizt, und in einer Tischlerei kann man das nur bedingt ausleben. Deshalb begann ich im Jahr 1997 das Studium der figürlichen Bildhauerei in Bremen“, erklärt der 52-Jährige seine eigenwillige Laufbahn.

Seit 2005 betreibt der gebürtige Bremer zusammen mit Mitstreiter Effern ein gemeinsames Atelier in der Hansestadt. Sie kennen sich also gut, für den Skulpturenpfad in Spasche werden die beiden jedoch jeweils einzelne Werke abliefern. Eine genaue Vorstellung von seiner Skulptur hat Keuler noch nicht, „aber ich denke, ich werde etwas zum Thema Downsyndrom machen“. Eine Herzensangelegenheit für Keuler, viele seiner Werke gestaltete er schon zur Chromosomen-Einschränkung. „Es gibt eben auch andere Formen vom Menschsein. Jeder hat aber eigene Fähigkeiten und eine eigene Seele. Dies in den Vordergrund und als Thema in die Gesellschaft zu rücken, ist wichtig.“ Die eigentliche Schwierigkeit werde jedoch sein, das komplexe Thema für junge Menschen verständlich zu machen. „Die Kinder sind ja der eigentliche Adressat des neuen Skulpturenpfads“, sagt Keuler. „Deshalb werde ich wohl die Figur fröhlich aussehen lassen.“ Zudem soll sie etwa so groß wie ein Kind sein und auch aus Holz bestehen. „Aber das ist erst mal nur eine Sammlung von Ideen. Ich kann noch nicht genau sagen, was am Ende wirklich dabei herauskommt.“

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