Enttäuschung über Stadtmarketing-Strategie

Wildeshauser HGV-Vorstand nur noch kommissarisch im Amt

„Gemeinsam stark“ – aber enttäuscht: Der HGV beklagt fehlende Strategien im Stadtmarketing.
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„Gemeinsam stark“ – aber enttäuscht: Der HGV beklagt fehlende Strategien im Stadtmarketing.

Wildeshausen – Der Handels- und Gewerbeverein Wildeshausen (HGV) wird nur noch kommissarisch geleitet. Der alte Vorstand trat im Rahmen der Jahreshauptversammlung am Mittwoch nicht zur Wiederwahl an. Es fanden sich zudem nach Auskunft des  Vereins keine Bewerber für die Nachfolge. Somit wird es im nächsten Frühjahr eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben müssen, bei der ein neuer Vorstand gefunden werden soll.

Es sprechen laut HGV zwei gewichtige Gründe für diesen Schritt: Die Enttäuschung des Vereins über die Installation eines neuen Stadtmarketings in Wildeshausen durch Politik und Verwaltung sowie der fehlende Nachwuchs.

Der nun nur noch kommissarische Vorsitzende Johannes Lenzschau verwies in einer Pressemitteilung darauf, dass der alte Vorstand mit der Maßgabe angetreten sei, ein neues Stadtmarketing zeitgemäß und perspektivisch mitzuentwickeln. „Ziel war es, die Stadtmarketing-Aktivitäten des HGV und der Stadt zu professionalisieren und weitere Interessengruppen wie Vereine, Immobilienbesitzer aber auch Bürger, mit einzubinden“, so Lenzschau. „Dies sollte eine neue Dynamik auslösen und eine Aufbruchsstimmung im Sinne von ,wir sind Wildeshausen‘ erzeugen.“

HGV verbittert über Entscheidung von Politik und Stadtverwaltung

In diversen Gesprächsrunden mit Verwaltung, den Ratsfraktionen sowie Fachleuten habe man den Weg dorthin gesucht. „Es gibt sehr gute und funktionierende Modelle in anderen Kommunen, die als Blaupause oder Orientierung gedient hätten“, erklärte Lenzschau. „Alle diese Modelle haben eines gemeinsam: Das Stadtmarketing ist in einer freien Organisationsform aufgestellt und kann seiner übergeordneten Aufgabe der Image-Vermarktung des Standortes Wildeshausen ohne Zwänge nachgehen.“ Leider sei das politische und verwaltungstechnische Echo auf diese neue Organisationsform negativ ausgefallen. Die politischen Entscheidungsträger hätten das Stadtmarketing an die Verwaltung angliedern wollen.

Auch die Mittelstandsvereinigung Wildeshausen hatte angekündigt, sich aus dem Prozess herauszuziehen, wenn das vorgeschlagene Modell einer freien Organisation nicht gewünscht sei (wir berichteten).

Neben der Enttäuschung über den Schritt der Stadt verwies Lenzschau stellvertretend für den gesamten Vorstand auf fehlenden Nachwuchs und die mangelnde Bereitschaft der Mitglieder, ein Amt innerhalb des Vereins zu übernehmen. „Langjähriges Bemühen führte leider zu keinem Ergebnis. Dies ist eine grundsätzliche gesellschaftliche Problematik, die aber leider auch vor uns nicht halt macht“, so Lenzschau. Hohe Stundenzahlen und hoher Druck selbstständiger Unternehmer hätten in den vergangenen Jahren diese Situation noch verschärft.

Satzungsgemäß wird der Vorstand nun kommissarisch im Amt bleiben und die Geschäfte fortführen. Die finanzielle Lage des Vereins ist nach eigenen Angaben geordnet. Die BeeLocal-Initiative sei hiervon auch nicht betroffen, da sie eine eigenständige Interessengruppe sei.

Der kommissarische Vorstand betont, dass alle Vereinsaufgaben und bereits beschlossene Planungen für 2022 fortgeführt werden. Nun hoffe man auf neue Ideen und das Engagement der Mitglieder, sich in eine neue Vorstandsarbeit einzubringen, heißt es.  dr

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