Mit dem Herzen eines Boxers 

Theater-AG der Berufsbildenden Schulen Wildeshausen spielt vor 200 Mitschülern

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Gekonntes Spiel: Niklas Gammersbach (als Jojo, links) und Pauline Jöllenbeck. 

Wildeshausen – Jojo ist ein Verlierertyp: Um einem Mädchen seiner Clique zu imponieren, hat er für den Anführer der Gruppe die Strafe für einen Mofadiebstahl übernommen. Die Rechnung ging für ihn natürlich nicht auf. Als Teil seiner Strafe muss er Zimmer eines Altenheimes streichen. Dabei trifft er auf Leo, einen „Insassen“ und Ex-Boxer. Auch er war abgeschoben worden. Die beiden Außenseiter freunden sich an und helfen sich gegenseitig, ihr Leben in andere, bessere Bahnen zu lenken: Die Theater-AG der Berufsbildenden Schulen Wildeshausen hat am Donnerstag „Das Herz eines Boxers“ von Uwe Hübner in der Aula der Schule auf die Bühne gebracht.

200 Schüler verfolgten die Aufführung, die AG-Leiter Christoph Pauli, der unter anderem ausgebildeter Lehrer für darstellendes Spiel ist, mit zehn Schülern seit August einstudiert hat. Die Zuschauer kennen das Stück bereits und haben es in ihrem Deutschunterricht thematisiert. „Die haben richtig viel Zeit reingegeben“, lobte er das Engagement der jungen Schauspieler aus den elften Klassen: Jeden Freitag investierten sie freiwillig eine siebte und achte Stunde, dazu noch vier volle Nachmittage – insgesamt 50 Stunden. „Die Kostüme haben wir aus einem Second-Hand-Laden in Vechta“, verriet er. Eine befreundete Schneiderin half dabei, die Kleidungsstücke anzupassen.

Auch Pauli steht auf der Bühne – er gibt den gealterten Jojo, der sich an seine Zeit mit dem „Boxer mit dem großen Herzen“ erinnert. Diese Retrospektiven spielen dann abwechselnd jeweils zwei der Schüler. Die Texte sitzen und wirken ebenso authentisch wie das Schauspiel der jungen Männer und Frauen, die meist zum ersten Mal auf einer Theaterbühne stehen. „Ich glaube, die Schüler nehmen eine ganze Menge mit“, war sich Pauli sicher, „vor allem, vor fremden Leuten frei zu sprechen.“ Die Veränderungen habe man bereits im Verlauf der Proben bemerkt.

Den jungen Jojo spielten Julia Staus, Niklas Gammersbach, Ahin Chaker, Elsa Bajraj und Ilvi Kellmann. Leo verkörperten Pauline Jöllenbeck, Alex Weht, Theresa Scheffer, Tom Beuke und Tomko Berg. Für den Ton und gute Ausleuchtung der Bühne zeichneten Maximilian Grünefeld und Schulassistent Thomas Fritzsche verantwortlich. Die Requisite haben Schüler der Abteilung Bautechnik gefertigt. 

fra

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