Acht Fragen zur Bundestagswahl

Christina-Johanne Schröder: „Kämpfe gegen Kinderarmut“

Landkreis - Sieben Direktkandidaten stellen sich am Sonntag, 24. September, im Wahlkreis Delmenhorst-Wesermarsch-Oldenburg-Land zur Bundestagswahl. Christina-Johanne Schröder aus Berne kandidiert für „Die Grünen“. Sie ist 33 Jahre alt und beantwortet für unsere Zeitung ungewöhnliche Fragen.

Fast jeder hat eine Schwäche für Süßigkeiten. Welche Nascherei würden Sie sich nach einer erfolgreichen Wahl gönnen?

Schoko-Sahneeis mit rohen Keksteig-Stücken und gefühlten 1 000 Kalorien pro Löffel.

Welcher Punkt im Wahlprogramm Ihrer Partei liegt Ihnen besonders am Herzen? Warum?

Mobilität für Daten und Menschen oder die Agrarwende sind ohne Frage wichtig. Das Herzblutthema deutschlandweit, aber besonders im Wahlkreis, ist die Bekämpfung der Kinderarmut. Arme Kinder sind häufiger krank, haben wesentlich weniger Chancen auf einen guten Schulabschluss und können schwer am (digitalen) Leben teilhaben. 

Das ist ein moralisches Problem. Aber eine Volkswirtschaft, die vom Fachkräftemangel bedroht ist, kann es sich auch schlicht nicht leisten so viele Menschen von Geburt an abzuhängen.

Wenn Ihr Leben verfilmt werden würde, welcher Schauspieler sollte Sie verkörpern?

Ich möchte lieber viel für die Gesellschaft leisten, als mir darüber Gedanken zu machen.

Mit welchem Prominenten würden Sie gern mal essen gehen und sich eine Stunde ungestört unterhalten?

Ich würde mit Farin Urlaub, Bela B. und Rod Rodriguez von der Band Die Ärzte gerne essen gehen – auch auf die Gefahr hin, dass ich nicht zu Wort komme. Sie sind kreative Musiker, die sich konsequent gegen Hass und rechte Gewalt einsetzen.

Wer ist der besserer Kanzler? Merkel oder Schulz? Und warum?

Bekommen CDU und SPD die Frage, ob sie Cem Özdemir, Lindner oder Gauland besser finden? Als Sozialwissenschaftlerin beobachte ich Martin Schulz als ehemaligen Präsident des EU-Parlaments schon länger. Deutschland und demokratische Werte nach außen repräsentieren, das können sowohl Schulz als auch Merkel. 

Christina-Johanne Schröder, Grüne.

Nun hat die große Koalition wichtige Themen der Zukunft von Digitalisierung, über soziale Sicherheit bis Klimaschutz nicht angefasst. Merkel hat ihre Richtungskompetenz als Regierungschefin gegenüber verstrittenen Ministern sträflich vernachlässigt. Entsprechend kommt es für die Politik der Zukunft auf eine starke linksliberale Kraft im Parlament an: uns Grüne.

Erzählen Sie bitte Ihren Lieblingswitz.

Ich liebe Flachwitze wie: Kommt ein Hengst zum Bäcker und fragt: „Haben Sie Stuten?“ Optimist: Das Glas ist halb voll. Pessimist: Das Glas ist halb leer. Donald Trump: Der Wasserstand ist manipuliert.

Wie würden Sie unentschlossene Wähler von Ihnen und Ihrer Partei überzeugen?

Grüne stehen für die Bekämpfung der sozialen Schere und mehr soziale Sicherheit. Das wollen wir nicht nur jetzt, sondern auch für folgende Generationen. Deswegen ist Klima- und Umweltschutz zur Bewahrung unserer Lebensgrundlage so wichtig. Grüne wollen aber auch die Politik an sich verändern. Wir fordern endlich mehr Lobbytransparenz. 

Es muss für jeden ersichtlich sein, welche Verbände an Gesetzesentwürfen beteiligt waren oder wie viel Abgeordnete exakt dazu verdienen. Wir wollen ebenfalls ein Lobbyregister einführen. Weiterhin fordern wir mehr Bürgerbeteiligung durch Referenden auch auf Bundesebene.

Wenn Ihre Partei nicht zur Wahl stünde, welche Partei würden Sie dann wählen? Und warum?

Das Sozialprogramm der Linken und der Bürgerrechtsteil der FDP kommen meiner linksliberalen Haltung nahe. Aber keine der beiden Parteien steht für Klima- und Umweltschutz, wirtschaftliche Innovationen, Europa und Lobbytransparenz. Also würde ich wohl die Grünen gründen.

Der Überblick:

Alle Kandidaten im Wahlkreis 28 finden Sie hier.

Rubriklistenbild: © picture allian ce / dpa

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