Weltweiter Aktionstag soll Aufmerksamkeit auf die Lebererkrankung lenken

Hepatitis: Impfen schützt den lebenswichtigen Filter

Dr. Leonhard Hamschmidt gibt einige Tipps.

Wildeshausen - Von Phillip Petzold. Unter dem diesjährigen Motto „NOhepp – für eine Welt ohne Hepatitis“ soll weltweit für die Ausrottung der viralen Hepatitis bis 2030 mobilisiert werden. Impfungen sind dafür ein wichtiges Instrument.

„Ich weiß gar nicht genau über meinen Impfstand Bescheid“, gesteht Eva-Maria Hellmann aus Wildeshausen. Den Welt-Hepatitis-Tag hält die 66-Jährige daher für sinnvoll: „Gut, dass darauf aufmerksam gemacht wird. Ich werde auf jeden Fall mal meine Ärztin fragen.“

„Vorbeugen ist absolut wichtig“, sagt Dr. Leonhard Hamschmidt vom Gesundheitsamt Wildeshausen. „Imfpungen und verbesserte Hygiene haben die Lebenserwartung weltweit erhöht. Es scheint banal, aber diese beiden Faktoren sind für die Gesundheit der Menschheit von unvergleichbarer Bedeutung.“ Hamschmidt und seine Kollegen vom Gesundheitsamt beraten rund ums Impfen und verabreichen dieMedikamente auch. 

Für Leute die Impfungen prinzipiell ablehnen hat er kein Verständnis: „Die Menschen haben keine Vorstellung davon, wie es früher war. Ich selbst habe in Afrika Kinder an Masern sterben sehen. Dass solche Krankheiten bei uns eingedämmt sind, haben wir Impfungen zu verdanken.“ Zwar berge jedes Medikament auch gewisse Nebenwirkungen, jedoch seien diese im Vergleich zu den Risiken einer Erkrankung verschwindend gering. 

Eine Immunisierung gegen die Leberentzündung Hepatitis B gehört mittlerweile zu den von der Ständigen Impfkomission empfohlenen Standardimpfungen. Die Krankheit wird vor allem durch Blut und ungeschützten Sexualverkehr übertragen und kann zu einer Leberzirrhose und Krebs führen. Die Leber erfüllt lebenswichtige Aufgaben: sie verhindert, dass Giftstoffe aus der Nahrung ins Blut gelangen und reguliert den Stoffwechsel. Eine gesunde Leber ist unentbehrlich.

„Nachdem ich bei meinen Eltern ausgezogen bin, habe ich mich nicht mehr um meine Impfungen gekümmert“, sagt der 28-jährige Jasper Rubers. „Meinen Impfpass würde ich aber wohl wiederfinden. Meine Freundin und ich erwarten ein Kind und müssen uns ohnehin mit dem Thema auseinandersetzen.“ Einen Tag, der auf Hepatitis aufmerksam macht, hält er für sehr wichtig.

Die Impfung gegen Hepatitis B wird von den Krankenkassen übernommen. Die Immunisierung gegen Hepatitis A zahlen nicht alle Kassen, da sie zu den Reiseimpfungen gehört. „Je südlicher die Reise geht, desto höher die Ansteckungsgefahr. Urlauber sollten sich daher unbedingt vorab informieren“ rät Hamschmidt. Hepatitis A wird vor allem durch mangelnde Nahrungsmittelhygiene verbreitet. Die Krankheit heilt zwar meist von alleine rasch ab, kann aber den Urlaub verderben.

Zahnarzthelferin Carmen Böckmann hat ihre Impfungen immer im Blick: „Ich habe keinerlei Vorbehalte gegenüber Impfungen und achte selber darauf, sie immer rechtzeitig wieder aufzufrischen. Für meinen Beruf ist das aber auch unabdingbar“, so die 54-Jährige.

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