Ratsherr in der Kritik

Villa Knagge: Hennken erntet Erstaunen, aber auch Zustimmung

Wildeshausen - Die Pressemitteilung der Stadt Wildeshauen vom Freitag darüber, dass der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss beschlossen habe, den Kauf der Villa Knagge durch Nordmann nicht zusätzlich zu bezuschussen, schlägt hohe Wellen.

Nachdem sich in unserem Bericht zu Sonnabend bereits der CDW-Fraktionsvorsitzende Stephan Rollié irritiert über Formulieren wie „Villa Knagge: Keine weitere finanzielle Beteiligung durch die Stadt“ gezeigt hatte, legte Jens-Peter Hennken (CDW) am Wochenende nach. Er sprach von „Fake-News“. „Es gab keinen Antrag oder gar Beschluss zu einer weiteren finanziellen Unterstützung des Projekts Villa Knagge“, unterstrich er. In der Sache geht es um den Verkauf der Villa durch die Stiftung Johanneum und die katholische Gemeinde an Nordmann. Die Firma will ein Braugasthaus einrichten. Knackpunkt ist der Mietvertrag der Volkshochschule (VHS) für ein Gebäude auf dem Areal. Die VHS verlangt eine Ablöse, die keine der Parteien bezahlen will. Im Raum stehen 90.000 Euro.

Auf die Kritik von Hennken reagierte das Stadthaus am Montag mit einer weiteren Pressemitteilung. Darin kommen Wolfgang Sasse (CDU), Stephan Dieckmann (SPD) und Wolfgang Däubler (UWG) sowie Bürgermeister Jens Kuraschinski zu Wort. Letzterer betonte: „Der Antrag der VHS war aufgrund der Vorgespräche bis zur Sitzung unmittelbar mit der Villa Knagge verbunden, auch wenn dieses vielleicht nicht ausdrücklich so im Antrag der VHS formuliert war.“ Das gehe aber eindeutig aus einer E-Mail hervor, die er am Montag vergangener Woche nach einem Gespräch mit der VHS an die Fraktionsspitzen versandt habe. „Damaliger Sachstand der Gespräche war, dass die Stadt vorbehaltlich einer Beratung und Beschlussfassung einen Teil der noch offenen Mietdifferenz als direkte Zahlung an die VHS übernimmt, mit dem Ziel, einem Auflösungsvertrag zuzustimmen, nachdem sich die Stiftung Johanneum ebenfalls auf Gesprächsebene bereit erklärt hatte, einen Teilbetrag zu übernehmen“, so der Bürgermeister. Erst in der Sitzung sei nach einer Offenlegung näherer Zahlen durch die VHS und auf konkrete Nachfrage hin der Antrag durch die Volkshochschule „entkoppelt“ worden.

Drei Parteien geben Kuraschinski Rückendeckung. „Wir sind schon etwas über die Ausführungen von Hennken erstaunt, und ich frage mich, ob er wirklich verstanden hat, worum es inhaltlich ging“, so Sasse. „Auch ich bin verwundert über die Ausführungen“, wird Dieckmann in der städtischen Mitteilung vom Montag zitiert. „Wir waren uns mehrheitlich in der Sache einig, den ,Schwarzen Peter‘ nicht anzunehmen und auf eine interne Lösung der Beteiligten zur Rettung des Projektes zu setzen. Jetzt zu behaupten, es habe nie einen förmlichen Antrag gegeben, ist pure Polemik“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. „Ich finde mich voll und ganz in der Presseinformation der Stadt wieder“, meinte Däubler von der UWG.

Hennken kann die Kritik an seinen Aussagen nicht nachvollziehen. Ein Antrag zur weiteren finanziellen Beteiligung an dem Kauf oder der Sanierung der Villa sei nie Thema gewesen. „Thema war der Zuschussantrag der VHS. Und alles andere stimmt einfach nicht. Es ist noch gar nicht gesagt, wie wir weiter damit umgehen wollen“, so der CDW-Ratsherr. Damit steht er nicht alleine da. Der FDP-Ratsherr Marko Bahr, ebenfalls Sitzungsteilnehmer, stimmt ihm zu. „Man möge mir doch bitte den Beschluss zeigen, wonach wir die den Kauf der Villa Knagge nicht weiter bezuschussen“, richtete er sich an die Stadtverwaltung. 

bor

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