Immobilienkaufmann mahnt verstärkte Bestrebungen zur Klimaverbesserung an

Helmut Müller: Alle Wälder unter Schutz stellen

Platz für eine Zukunftswerkstatt? Das Haus an der Kleinen Straße muss dringend saniert werden. Foto: dr

Wildeshausen – Was tut Wildeshausen für den Klimaschutz? Nicht viel, findet der ehemalige FDP-Ratsherr Helmut Müller. Er ist der Ansicht, dass es in der Kreisstadt enormen Nachholbedarf gibt, um den Anforderungen für Klimaschutz in Kommunen zu genügen. „Wir müssen sehr viel tun“, so Müller, der sich wünscht, dass in der Stadt möglichst schnell eine Zukunftswerkstatt Klimaschutz eingerichtet wird. „Mit Menschen, die sich engagiert einsetzen wollen“, sagt der 72-jährige Immobilienkaufmann. „Nicht mit der Politik, denn dann wird doch wieder nur alles zerredet.“ Müller denkt eher an kreative Köpfe aus Universitäten, den Berufsschulen oder dem Handwerk.

In einem Brief an Bürgermeister Jens Kuraschinski hat sich der Wildeshauser Gedanken gemacht, was seiner Ansicht nach schnellstmöglich geschehen sollte, um das Klima zu verbessern. Dazu gehört, das im städtischen Besitz befindliche, reparaturbedürftige und lange Zeit zum Verkauf stehende Gebäude an der Kleinen Straße 14 zu öffnen, klimagerecht zu sanieren und den Akteuren dort eine Zukunftswerkstatt zur Verfügung zu stellen.

Zusätzlich zur Werkstatt hat Müller in seinem Schreiben an Kuraschinski drei weitere Vorschläge skizziert. Diese wären Schritte auf einem Weg zu einer Stadt, die sich intensiv um den Klimaschutz kümmert. So regt der Wildeshauser an, die gesamten bewaldeten Flächen dem Klimaschutz zu unterstellen und jegliche Nutzung zu untersagen. Eventuell anfallende Erträge, zum Beispiel durch Holzverkäufe nach einem Sturm, könnten bei den Eigentümern bleiben, eine weitergehende Nutzung sei aber nicht zu erlauben, weil der Wald die wichtigste Ressource für saubere Luft und Artenschutz sei. „Vorrangig sollte das gesamte ehemalige Truppenübungsgelände unter Schutz gestellt werden“, wünscht sich Müller mit Blick auf andere Regionen, wo das bereits geschehen ist. „Jeder Baum ist wichtig“, sagt Müller. „Der Schutz des Waldes kostet kein Geld.“

Weiterhin regt der 72-Jährige an, die Dachflächen von öffentlichen Gebäuden für die Installation von Photovoltaikanlagen zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollten Energie-Checks durchgeführt werden, um den Bedarf der Gebäude miteinander vergleichen zu können. In andereren Gemeinde, beispielsweise in Dötlingen, würde so der Engergieverbrauch optimiert werden, was praktischer Klimaschutz sei.

Für die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme regt Müller die Neuplanung von Klimaschutzquartieren an. Denkbar sei das beispielsweise für ein etwa sechs Hektar großes Areal nördlich des Bargloyer Weges. „Das Hauptaugenmerk liegt hier auf der Ausrichtung aller Gebäude in Richtung Süden, um Photovoltaikanlagen installieren zu können. Neben exzellenter Wärmedämmung sei ein wesentlicher Punkt, Energie durch Wärmepumpen einzusparen.

Bei guter Planung könnten in dem Quartier 250 Wohneinheiten für bis zu 500 Einwohner entstehen. Die innere Erschließung müsste durch eine Ringstraße erfolgen, die Bebauung müsste gezielt vorgegeben werden, damit sich das Quartier auch gemäß des Klimaschutzes entwickeln könne.

So etwas könne aber nur von Bauträgern geleistet werden, die am Ende nicht gewinnorientiert arbeiten würden, sagt Müller. „Von privaten Bauherren kann man nicht erwarten, dass sie die angestrebten Ziele auch umsetzen.“  dr

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