Facebookgruppe hat mehr als 1 000 Mitglieder / Unterstützen in Zeiten der Coronakrise

So helfen sich die Wildeshauser

Einkaufen für Menschen, die sich nicht mehr vor die Tür trauen: In Wildeshausen wird Nachbarschaftshilfe vermittelt. Foto: Imago

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. „Da hält Wildeshausen wirklich zusammen“, freut sich Kathrin Siegmund. Die 39-Jährige ist eine von mehreren Administratoren in der Facebookgruppe „Wildeshausen hilft“, die der Wildeshauser Holger Rinne vor zwei Wochen gegründet hat, um Menschen in der Coronakrise beizustehen. Seitdem ist die Gruppe auf mehr als 1 000 Mitglieder angewachsen, und viele Wildeshauser haben Hilfsangebote gepostet. Siegmund selbst hat sechs Menschen in verschiedenster Weise unterstützt.

„Da ist zum Beispiel die alleinerziehende Mutter mit drei Kindern in Colnrade“, erzählt Siegmund. „Sie brauchte Windeln, und ihre Geschirrspülmaschine war kaputt.“ Die Familie habe nicht viel Geld, sei normalerweise auf die Tafel angewiesen. Doch die ist jetzt wegen der Coronakrise geschlossen. Die Mutter wendete sich per privater Nachricht an Siegmund, die wiederum einen öffentlichen Hilfeaufruf in der Gruppe postete. „Das machen wir manchmal so, weil es auch mal blöde Kommentare gibt“, sagt Siegmund. „Viele Leute trauen sich nicht, von sich aus einen öffentlichen Aufruf zu machen.“

Für die kaputte Geschirrspülmaschine ergab sich nichts, „aber es haben sich so viele Leute gemeldet, dass die Familie jetzt bestimmt für drei Wochen genug Windeln hat. Das ging ruckzuck. Man glaubt es gar nicht“, lobt die 39-Jährige die Hilfsbereitschaft der Menschen in Wildeshausen und umzu. „Die Freude in Colnrade war natürlich groß.“

Windeln für alleinerziehende Mutter

In anderen Fällen ist Siegmund selbst aktiv geworden, hat Post weggebracht oder Lebensmittel eingekauft. „Aufstrich, Eier, Taschentücher – alles für ältere Menschen, die sich wegen des Virus nicht mehr raus trauen“, sagt sie. Aber auch für einen Freund, der den ganzen Tag berufstätig ist und beim Klopapier- oder Brotkauf abends schlechte Karten hat.

Siegmund arbeitet selbst Vollzeit bei einer Reinigungsfirma, die sich unter anderem um den Famila-Markt am Westring kümmert. Die Wildeshauserin macht die Personalplanung und leitet ein Team. „Ich konnte für alle Masken besorgen, mit Hilfe einer Frau aus der ,Wildeshausen-hilft-Gruppe‘“, berichtet sie. Das sei sehr hilfreich, da ihre Kollegen und sie viele Flächen desinfizieren müssten. Die Masken seien aus Baumwollstoff.

Siegmund ist Mutter von zwei Kindern. Da ihr Mann im Schichtdienst bei einem Zuliefererunternehmen in der Industrie arbeitet, teilen sich die beiden die Betreuung der Tochter (10) und des Sohnes (7). Schon nachdem die Gruppe ein paar Tage alt war, meldete sie sich, um zu helfen. Wer sich ebenfalls einbringen möchte, kann sie und andere Admins anschreiben. Oder einfach etwas posten.

Kontakt

Wer nicht auf Facebook ist und Unterstützung benötigt oder anbieten möchte, kann sich unter der Telefonnummer 04431/7470382 melden. Ein Anrufbeantworter zeichnet die Nachrichten auf, die je nach Wunsch anonym an die Gruppe weitergeleitet werden. Admins wie Siegmund stellen die Kontakte her.

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