Heiko Harms betreibt seit 30 Jahren Familien-Ahnenforschung

Juli 1915: WZ an der Front in Belgien gelesen

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Aus der Heimat wurde Johann Kaschemekat 1915 die Wildeshauser Zeitung an die Front geschickt.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Dicke Ordner liegen vor ihm auf dem Tisch der Terrasse. Darin befinden sich überaus interessante Unterlagen über seine Familie: Der Wildeshauser Heiko Harms betreibt seit rund 30 Jahren mit großem Interesse Familien-Ahnenforschung.

„Das ist schon eine interessante Sache, zu versuchen, alles über seine Vorfahren zusammenzutragen“, sagt der 73-Jährige. Bei der Durchsicht seiner Unterlagen ist ihm wieder einmal ein Foto von seinem Großvater Johann Kaschemekat in die Hände gefallen. Dieses wurde vor exakt 100 Jahren, am 20. Juli 1915, in Belgien gemacht, wo Kaschemekat im Ersten Weltkrieg stationiert war. Es zeigt ihn, in Uniform in einem Garten sitzend, mit der Wildeshauser Zeitung in der Hand.

„Meine Tante Ida Kaschemekat hat mir damals einiges von meinem Opa erzählt. Unter anderem, dass er in Belgien im Krieg gewesen ist. Die Zeitung wurde ihm wohl per Feldpost zugesandt“, erzählt Harms. Das Foto sei als Postkarte in die Heimat geschickt worden: „Es stand auch das Aufnahmedatum dabei. Und, dass mein Großvater damals zum Regiment Nummer 77 gehörte. Er hat sich damals mit seiner Familie wohl öfter geschrieben.“

Zwar habe er selbst nur sehr wenig Kontakt zu seinem Opa gehabt, aber eben von der Tante sehr viel erfahren. „Opa war Schustermeister und hatte in Neerstedt ein Geschäft mit Werkstatt. Ich meine, gehört zu haben, dass er auch während des Krieges in Belgien vorrangig als Schuster tätig gewesen ist und somit gar nicht direkt an der Front war. Zum Glück ist er ja unversehrt zurückgekommen.“ Das sei nicht bei allen Familienmitgliedern der Fall gewesen. „Einige sind nicht zurückgekehrt.“

Bereits im Jahr 1947 sei der Großvater zu seinem Sohn nach Lemwerder gezogen. „Dort ist er am 13. November 1951 auch verstorben – zwei Tage nach seinem 73. Geburtstag. Sein Geschäft in Neerstedt hatte er verkauft“, erzählt Harms. Fest stehe, dass er noch weiter in der Vergangenheit der Familie forschen werde, um mehr zu erfahren.

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