Betroffene und Leser rätseln über Gründe

Hausverbot in Eiscafé traf weitere Gäste

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Die Türen der Eisdiele sind derzeit geschlossen. Es gibt keinen Hinweis, wann wieder geöffnet wird.

Wildeshausen - Entsetzen und Fassungslosigkeit prägten schon wenige Minuten nach der Veröffentlichung auf der Internetseite der Kreiszeitung und auf der Facebook-Seite der Wildeshauser Zeitung die Diskussion über den Artikel eines Eisdielenbesitzers, der am Sonnabend offenbar grundlos einen schwerbehinderten Kunden aus dem Café verwiesen und ihm Hausverbot erteilt hatte.

Offenbar hat es an dem Tag weitere Gäste des Eiscafés ganz unvermittelt getroffen. So berichtete Hans Schrader aus Wardenburg, dass er kurzentschlossen einen Cappuccino in der Wildeshauser Innenstadt trinken wollte. „Ich saß im Eiscafé am Tisch und habe bestellt. Da hat mich der Inhaber angesehen und gesagt: Sie bekommen hier nichts. Sie haben jetzt Hausverbot.“ Er sei wie vor den Kopf gestoßen gewesen, so der 70-Jährige. Vom Café nebenan, wo ihm anstandslos ein Kaffee serviert worden war, habe er unauffällig das Geschehen beobachtet, aber keinen Grund erkennen können, warum gerade er die Eisdiele verlassen musste.

Auch andere Gäste wurden wohl ohne Begründung des Cafés verwiesen. Manche hatten nach eigenen Angaben schon Speisen vor sich auf dem Tisch stehen, als sie aufgefordert wurden, zu bezahlen und zu gehen.

Weitere Leser reagierten geschockt

Wenige Schritte weiter hatte Imke Pohl aus Wildeshausen die Situation beobachtet. „Ich saß am Sonnabend mittags in der anderen Eisdiele und habe erlebt, wie mehrere ältere Menschen nachfragten, ob sie hier einen Kaffee trinken dürfen oder man als alter Mensch in allen Eisdielen in Wildeshausen Hausverbot bekommt. Ich konnte es nicht fassen. Dabei wollten die Leute nur in der Sonne sitzen und einen Kaffee trinken“, berichtete sie unserer Zeitung. Eine Leserin schrieb bei Facebook: „Ich habe da Samstag auch grundlos Hausverbot gekriegt und mit mir noch zwei andere.“

Weitere Leser reagierten geschockt und mochten es nicht glauben. So heißt es in einem Beitrag: „Kann ich mir echt nicht vorstellen! Ich durfte in der Ecke meinen Sohn stillen und wurde immer freundlich bedient.“ Die Gastronomen seien immer sehr zuvorkommend zu Senioren gewesen.

Das Café ist derzeit geschlossen. An der Tür hängt ein Blatt Papier mit Smiley. Im Inneren ist niemand zu sehen, der Auskunft zu den Vorgängen am Sonnabend geben könnte. Der Inhaber hatte unserer Zeitung gegenüber eine Stellungnahme abgelehnt. 

dr

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