Freiwillige Feuerwehren proben den Ernstfall

Hausmeister hört Schreie aus der Tiefgarage

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Bei der Autofahrerin besteht der Verdacht auf Herzinfarkt.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Die Alarmierung für die Wildeshauser Ortswehr klingt eigentlich ganz simpel: „Fahrzeugbrand in der Tiefgarage des Kreishauses.“

Beim Eintreffen mit dem ersten Löschfahrzeug stellt sich Truppführer Daniel Müller I jedoch eine ganz andere Lage dar: Auf der Zufahrt ist auch noch ein Auto verunglückt, das zuvor einen Radfahrer angefahren hat. Und der Hausmeister informiert darüber, dass er Hilferufe in der Tiefgarage gehört hat.

Auch wenn es sich um eine Übung handelt, so ist jetzt das richtige Vorgehen Müllers gefragt – innerhalb weniger Sekunden muss er „seine“ Leute einteilen. Schnell stellt er fest, dass die Autofahrerin in ihrem Auto „eingesperrt“ ist. Zu denken gibt ihm kurz das verwaiste Fahrrad. „Sofort zwei Mann ausziehen und den Mann aus dem Teich retten !“, befiehlt Müller. Schnell hat er erkannt, dass der Radfahrer von dem Aufprall in den Teich geschleudert worden war. Er klagt über starke Schmerzen.

Umgehend werden die Wehren aus Düngstrup und Dötlingen nachgeordert, um der Lage besser Herr werden zu können. Immerhin brennen im Keller mindestens zwei Fahrzeuge, und es müssen mehrere Menschen in dem völlig verrauchten Raum gefunden und gerettet werden.

„Daniel ist ein sehr junger Truppführer, der seine Sache aber bis hierhin schon sehr gut gemeistert hat. Er hat klare und vor allem die richtigen Entscheidungen getroffen“, lobt Stadtbrandmeister Helmut Müller seinen Kameraden schon zu Beginn der Übung. Es sei wichtig, die jungen Leute so an ihre Aufgaben heranzuführen: „Dann sind sie für den Ernstfall bestens gerüstet.“

Ein Problem tut sich jedoch bei der Löschwasserversorgung auf. Diese muss kurzerhand über den Teich sichergestellt werden, da die Hydranten auf dem Gelände defekt sind. Das Tanklöschfahrzeug hat bekanntlich nicht ewig Wasser.

Unterdessen sind die ersten Trupps unter Atemschutz in der Tiefgarage unterwegs, um die Menschensuche vorzunehmen und die Fahrzeuge zu löschen. „Die Jungs haben echt gut reagiert“, sagt Ortsbrandmeister Hermann Cordes. „Da sie da unten absolut nichts sehen können, haben sie eine Menschenkette gebildet, um die Garage zu ,durchkämmen‘ und so die Personen aufzuspüren.“

Alarmiert wurde auch die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) des Malteser-Hilfsdienstes, die mit vier Fahrzeugen, 17 Sanitätern und einem Notarzt vor Ort sind. Sie kümmern sich um den verletzten Radfahrer sowie um die Autofahrerin, die von der Feuerwehr aus ihrem Fahrzeug befreit werden muss. Bei ihr besteht der Verdacht auf Herzinfarkt, was auch den Unfall erklären würde.

Aus der Garage werden mittlerweile die ersten Personen mit Rauchgasvergiftung getragen und notärztlich versorgt. Die Fahrzeuge sind bereits gelöscht.

Im Einsatz sind 50 Kräfte aus Wildeshausen, 20 aus Düngstrup und neun aus Dötlingen mit insgesamt zwölf Fahrzeugen. Außerdem sechs Mitglieder der DLRG, die unter anderem den verletzten Radfahrer stellte. „Die Zusammenarbeit der Wehren hat bestens geklappt. Ob die Düngstruper oder Dötlinger, sie haben die Einsatzbefehle hervorragend abgearbeitet“, betont Cordes.

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