Haus für „Heimatvertriebene“ in zwei Kindertagesstätten

Naturschutzbund errichtet drei Insekten-Nisthilfen in der Kreisstadt

+
Die Kinder hatten einiges zu tun, um die verschiedenen Fächer der Insekten-Nisthilfe zu füllen.

Wildeshausen - Zwei große und ein kleineres Insekten-Hotel baut der Naturschutzbund (Nabu) Dötlingen-Wildeshausen in diesen Tagen in der Kreisstadt auf. Finanziert wird das aus Mitteln der Volksbank. Das erste Nisthilfengerüst füllten am Freitagnachmittag Jungen und Mädchen beim Kindergarten „Sternschnuppe“.

Demnächst soll ein baugleiches Modell beim Kindergarten „Schatzinsel“ aufgestellt werden. Etwas kleiner wird das Exemplar im Bibelgarten der Alexanderkirche ausfallen.

„Hier stehen nicht die Menschen im Vordergrund, sondern die Insekten, die man in letzter Zeit immer weniger sieht“, betonte Wolfgang Pohl, Sprecher der Wildeshauser Gruppe. „Die Insekten sind Heimatvertriebene in ihrem eigenen Land. Sie werden durch Pestizide sowie Versiegelung unserer Landschaft dezimiert. In manchen Regionen Deutschland ist die Zahl bereits um 75 Prozent zurückgegangen.“

In diesem Zusammenhang machte Pohl deutlich, dass die Menschen ohne Insekten nicht leben können. „Dieses Signal ist in weiten Teilen der Politik aber noch nicht angekommen“, bedauerte er. „Wir können nicht darauf warten, deshalb ist Eigeninitiative gefragt.“

Mit den Insekten-Nisthilfen wollen die Naturschützer den Tieren ein Stück Lebensraum bieten. Auf der Fläche rund um das „Hotel“ soll auch noch eine Wildblumenwiese ausgesät werden. Der Kindergarten steuert eigene Pflanzen dazu bei.

Am Freitagnachmittag leiteten Pohl sowie die Sprecherin der Nabu-Gruppe Dötlingen, Marianne Steinkamp, die Kinder der Naturschutzbund-Jugend sowie des Kindergartens an, die einzelnen Fächer auszufüllen. Dazu verwendeten sie unter anderem Stroh und Lehm. „Ich habe hier schon Bienenkundschafter gesehen, denen es aber offenbar noch an Vertrauen fehlt“, berichtete Pohl. „Das, was wir hier heute machen, ist eine vertrauensbildende Maßnahme. Dann kommen auch die Insekten.“

Es dauert jedoch noch einige Wochen, bis die Behausung für die Tiere komplett fertig ist. Der Lehm muss in mehreren Schichten eingefüllt werden, bis er sich als Unterschluf eignet. Unterdessen können sich die Erzieher aber schon mal mit den Kindern theoretisch mit dem Thema befassen. Vom Nabu gab es nämlich noch Literatur über die Tiere. 

dr

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Richter verkündet Strafmaß für Bill Cosby

Richter verkündet Strafmaß für Bill Cosby

Alternativer Nobelpreis an Korruptionsjäger und "Waldmacher"

Alternativer Nobelpreis an Korruptionsjäger und "Waldmacher"

Herbststurm "Fabienne" hinterlässt große Schäden

Herbststurm "Fabienne" hinterlässt große Schäden

Weltkommission: Staaten müssen Drogenhandel regulieren

Weltkommission: Staaten müssen Drogenhandel regulieren

Meistgelesene Artikel

Hilfe für Moorbrand aus der Kreisstadt

Hilfe für Moorbrand aus der Kreisstadt

Harter Einsatz und kurze Nacht in Meppen

Harter Einsatz und kurze Nacht in Meppen

Vandalismus rund ums Stadthaus: Unbekannte stürzen zahlreiche Blumenkübel um

Vandalismus rund ums Stadthaus: Unbekannte stürzen zahlreiche Blumenkübel um

Schwere Vorwürfe gegen das „Team-Hund“

Schwere Vorwürfe gegen das „Team-Hund“

Kommentare