Leiter des Einsatz- und Streifendienstes verabschiedet

„Harry“ fährt das letzte Mal mit dem Dienstwagen vor

Kollegen in langen Jahren: Heinz Schevel (l.) und Jörn Stilke (r.) kamen zur Verabschiedung von Harald Theile. - Foto: Rohdenburg

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Als Polizeihauptkommissar Harald Theile am Mittwoch mit einem Wagen der Autobahn-Polizei vor dem Kommissariat auf der Herrlichkeit in Wildeshausen vorfuhr, standen seine Kollegen Spalier. Tief gerührt trat der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes seinen letzten regulären Arbeitstag an. Nach dem Aufräumen des Schreibtisches geht es jetzt in den verdienten Ruhestand.

Wer in Wildeshausen und Umgebung lebt, kennt Theile – auch dann, wenn er nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. Der Hauptkommissar war bei vielen Veranstaltungen präsent und versuchte, Konflikte und Einsätze kommunikativ zu lösen. Ruhig und bestimmt sorgte er dafür, dass es auch in kniffligen Situationen keinen unnötigen Stress gab. Im Alter von 63 Jahren und mit jahrzehntelanger Erfahrung lässt sich manches ruhiger angehen.

Dabei lag es in einer Linie an der „Ehrenrunde“ in der 13. Klasse in Ahlhorn, dass Theile zur Polizei kam. „Ich habe damals viel gekellnert und mein Taschengeld aufgebessert“, erzählte er. Mit dem Abi wurde es deshalb zunächst nichts – und auch nicht mit dem geplanten Start bei der Bundeswehr. Sein Bruder berichtete ihm aber, dass es dort nicht so interessant sei. Deshalb bewarb sich Theile nach dem Abi bei der Polizei, weil dann nicht mit einer Einberufung zum Wehrdienst zu rechnen war. Am 4. November 1974 begann der Großenkneter seine Polizeilaufbahn im Mittleren Dienst. Seine erste Station war Huntlosen.

Kollegen in langen Jahren: Heinz Schevel (l.) und Jörn Stilke (r.) kamen zur Verabschiedung von Harald Theile. - Foto: Rohdenburg

1985 kam Theile als Hauptkommissar nach Wildeshausen. Seit 2005 ist er hier Erster Polizeihauptkommissar. „Ich versuche, jeden in seinen Kompetenzen zur respektieren“, ist ein wichtiges Motto des Einsatzleiters für die Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten. Nachhaltig in Erinnerung geblieben sind ihm Suchaktionen nach vermissten Personen. „Dabei ist es natürlich schön, die Menschen lebend zu finden“, sagte er. Auf den ersten Blick besonders brenzlich war einmal ein Einsatz in Colnrade, als ein Mann mit einer täuschend echt aussehenden Waffe in einem Lokal herumfuchtelte. „Wir leben hier ja in gemäßigten Breiten“, so Theile mit Blick auf Bedrohungsszenarien. „In manchen Fällen ist es aber auch hier wichtig, optisch Präsenz zu zeigen“, sagte er und verwies auf das Gildefest, bei dem die Polizei deutlich demonstriert hatte, dass sie einsatzbereit ist.

Nachdem Theile zweimal die Lebensarbeitszeit verlängert hatte, ist nun Schluss. Offiziell verabschiedet hatte er sich schon am Freitag in der Gaststätte Kempermann in Großenkneten. Am Mittwoch waren nun viele Kollegen aus allen Stationen, aber auch vom Amtsgericht und weiteren Institutionen gekommen. Zudem verabschiedeten ihn der ehemalige Kommissariatsleiter Heinz Schevel sowie Inspektionsleiter Jörn Stilke.

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