Staatsanwältin beantragt 35 Monate Haft

Harpstedter soll sich an Jungen vergangen haben

Sexuelle Nötigung: Ein 49-jähriger Mann muss sich deshalb in Wildsehausen vor Gericht verantworten. 
Symbolfoto: dpa
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Sexuelle Nötigung: Ein 49-jähriger Mann muss sich deshalb in Wildsehausen vor Gericht verantworten. Symbolfoto: dpa
  • Dierk Rohdenburg
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Wildeshausen – Wegen sexueller Nötigung in drei Fällen musste sich am Mittwoch ein 49-jähriger Mann aus der Samtgemeinde Harpstedt vor dem Jugendschöffengericht in Wildeshausen verantworten.

Dem Mann wird vorgeworfen, am 29. August 2019 an einem 15-Jährigen aus der Gemeinde Ganderkesee gegen dessen Willen sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. Zu einem Urteil kam es jedoch noch nicht, weil der Verteidiger einen Befangenheitsantrag gegen eine Schöffin stellte, über den nun entschieden werden muss. Der Verteidiger wollte eine verbale Zustimmung der Schöffin zu den Ausführungen der Staatsanwältin während des Plädoyers vernommen haben. Das war für ihn der Grund, seinen Antrag zu stellen.

Kotakt über Ebay

Die Staatsanwältin hatte in ihrer Anklage dargelegt, dass der Kontakt zwischen dem Mann und dem Schüler über Ebay-Kleinanzeigen zustande gekommen war. Der 49-Jährige hatte dort einen Nebenjob angeboten. Am 29. August soll er den Schüler von dessen Zuhause abgeholt haben. Im Laufe des Tages hätten sie auf einem Markt Gasflaschen an Schausteller verkauft.

Zur ersten Straftat kam es laut Staatsanwaltschaft auf der Rückfahrt, als der Angeklagte den 15-Jährigen im Auto im Schritt berührt haben soll, obwohl der sich dagegen verwahrt hatte. Nach einem Zwischenstopp in Vegesack habe der Angeklagte bei der Weiterfahrt seinen Kopf in den Schritt des Schülers gedrückt und ihn dort angefasst. Auch dagegen habe sich der Schüler zu wehren versucht. Er soll verlangt haben, nach Hause gebracht zu werden, was der Angeklagte abgelehnt haben soll.

Hose heruntergezogen

Laut Staatsanwaltschaft war es auf dem abgelegenen Hof des Angeklagten zu weiteren Taten gekommen. So soll der Mann unter anderem von dem Jungen verlangt haben, dass er sich auszieht. Er soll ihm in den Schritt gefasst und die Hose heruntergezogen haben. Zudem, so der Vorwurf, soll der Mann den Penis des Jungen in den Mund genommen haben. Als der Schüler sich erneut wehrte, ließ der Mann von ihm ab.

Laut Aussage der Mutter des Jungen wollte der Mann ihn aber nicht nach Hause bringen. Der Angeklagte soll den 15-Jährigen gezwungen haben, mit dessen Auto nach Ganderkesee zu fahren – obwohl er nicht über einen Führerschein verfügt. Dort soll er ihn aus dem Wagen gelassen und ihm das vorher abgenommene Handy wiedergegeben haben.

Der Jugendliche schilderte die Vorfälle unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Verhandlung musste mehrmals unterbrochen werden, weil der Heranwachsende in Tränen ausbrach und nicht weiterreden konnte.

35 Monate Haft beantragt

Da sich der Schüler nach der Tat gleich seiner Mutter anvertraut hatte, rückte schon kurz darauf die Polizei an, die Spuren an den Kleidungsstücken sicherte. Nach Angaben der Mutter sollen diese unzweifelhaft sein. Die Richterin wird diese Ermittlungsergebnisse erst würdigen können, wenn es zu einer Fortsetzung der Verhandlung oder einem neuen Termin mit anderen Schöffen kommt. Immerhin konnte die Staatsanwältin noch ihren Antrag formulieren. Der lautete: 35 Monate Freiheitsstrafe. Bei dieser Höhe wäre eine Bewährungsstrafe ausgeschlossen.  dr

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