1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Oldenburg
  4. Wildeshausen

Harpstedter soll wegen kinderpornografischer Dateien in Haft

Erstellt:

Von: Dierk Rohdenburg

Kommentare

Kinderpornografie in Netz: Die Polizei kam einem Harpstedter auf die Spur.
Kinderpornografie in Netz: Die Polizei kam einem Harpstedter auf die Spur. © dpa

Wildeshausen/Harpstedt – Das Schöffengericht des Wildeshauser Amtsgerichtes hat am Donnerstag einen 47-jährigen Harpstedter wegen des Verbreitens sowie des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Schriften in sieben Fällen zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, fiel aber in der Schärfe so deutlich aus, weil der Mann bereits zweimal – 2013 und 2015 – wegen der gleichen Delikte zu Bewährungsstrafen verurteilt worden war. Die Staatsanwaltschaft warf ihm diesmal vor, vom 7. Juli 2017 bis zum 7. Juli 2020 insgesamt 240 Dateien mit kinderpornografischen und 62 mit jugendpornografischen Inhalten aus dem Internet heruntergeladen und zum Teil weiterverbreitet zu haben. Diese Datensätze fand die Polizei am 7. Juli 2020 auf einem Tablet und einem Handy.

Der Angeklagte war geständig. Sein Verteidiger erklärte, dass sein Mandant 2017 erneut begonnen habe, Dateien online anzusehen. Damals sei er als Bewährungsauflage in therapeutischer Behandlung gewesen. Diese habe er aber als „zu schwach“ empfunden. Ab 2019 habe sein Mandant aus Angst davor, entdeckt zu werden, die Finger von den kinderpornografischen Dateien gelassen.

Ob das stimmt, zweifelte allerdings der Richter an, da es mindestens zwei Dateien gab, die erst im Jahr 2020 heruntergeladen wurden. Eine davon war jedoch gelöscht worden.

Zwei Vorverurteilungen wegen ähnlich gelagerter Fälle

Ein psychiatrischer Gutachter konnte keine eindeutige pädophile Störung bei dem 47-Jährigen diagnostizieren. Der Angeklagte habe zudem keine Gründe nennen können, warum er die Fotos und Videos geschaut habe. Er sei an Bildern von etwa 15-jährigen Mädchen interessiert gewesen, habe sie angeschaut und sich ab und zu selbst befriedigt, wenn er alleine war. Dass man diese Neigung durch eine Therapie beseitigen könne, hielt der Psychiater für ausgeschlossen.

Angesichts der zwei Vorverurteilungen, bei denen schon während der Bewährungszeit (einmal drei Jahre, dann fünf Jahre) Rückfälle zu verzeichnen waren, beantragte die Staatsanwältin 18 Monate Haft. Der Verteidiger wollte kein Strafmaß nennen, verwies aber auf eine günstige Sozialprognose. Mit einer Haftstrafe würde sein Mandant aus einer intakten Beziehung und dem Arbeitsleben geworfen werden, betonte er.

„Das ist so, wenn man mehrmals straffällig geworden ist“, erklärte der Richter. Das Amtsgericht habe in den früheren Urteilen ja schon ein Zeichen gesetzt und sei an die Grenze gegangen. „Jetzt ist eine spürbare Freiheitsstrafe erforderlich.“

Auch interessant

Kommentare