Harings befürchtet große Probleme, wenn weiter viele Asylbewerber kommen

Landrat: „Entscheidend ist, dass Flüchtlingszahl sinkt“

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Flüchtlinge gehen mit Gepäck in eine Halle. Symbolfoto: dpa

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Die Flüchtlingskrise war im vergangenen Jahr und wird in diesem Jahr das beherrschende Thema im Landkreis Oldenburg sein. Daran ließ Landrat Carsten Harings am Donnerstag keinen Zweifel. Doch es dürfe nicht so weitergehen wie im Jahr 2015, betonte er.

Bis Ende März müssen die Kommunen im Landkreis Oldenburg noch eine Quote von 955 Flüchtlingen schultern. Hinzukommen die rund 1450 Menschen, die bereits seit August angekommen sind. Da die Asylbewerber auf alle deutschen Gemeinden aufgeteilt werden, bezog sich Landrat Harings im Rahmen des Jahrespressegesprächs auf die bundesweiten Zahlen. „Wenn wir weiter mehr als eine Million Flüchtlinge haben, kann sich jeder ausrechnen, was das bedeutet. Das geht nicht!“

Im gleichen Atemzug zählte er auf, wie viele Gebäude bereits als Unterkunft genutzt werden: Die Turnhalle am Habbrügger Weg und zwei Mobilhallen in der Gemeinde Ganderkesee, ein Dorfgemeinschaftshaus in Wardenburg sowie die Turnhalle der Delmeschule in Harpstedt. Hinzukommt die Halle der Hunteschule in Wildeshausen, in der potenziell Menschen unterkommen können.

Es gelte im neuen wie im alten Jahr, den sozialen Frieden und die gesellschaftliche Akzeptanz zu wahren. „Ich war und bin zuversichtlich, dass es dabei bleibt“, so Harings. Dennoch zeichnet sich Konfliktpotenzial ab. Zum Beispiel bei der Verfügbarkeit von preiswertem Wohnraum. Wie bereits berichtet, sollen Schlichtbauten unter anderem in Wildeshausen Abhilfe schaffen.

„Ich befürchte, es wird große Probleme geben, wenn wir wieder eine solche Menge an Flüchtlingen aufnehmen müssen.“ Dabei sei noch unklar, wie es nach dem 31. März – also wenn die aktuelle Quote endet – weitergehe. „Ich kann es nicht sagen, Hannover kann es nicht und Berlin offenbar auch nicht“, drückte er die Ungewissheit aus, die über allen Prognosen und Plänen schwebt.

Mit der Halle des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) in Hude für 200 Bewohner hat die Kreisverwaltung ein Objekt im Auge, dass als Ausweichquartier für Quoten- oder Amtshilfeflüchtlinge dienen könnte (wir berichteten).

Apropos Amtshilfe: „Der Landkreis Oldenburg hat kein Interesse, diese über den 15. Februar hinaus zu verlängern“, kabelte Harings jüngst nach Hannover. Die Landesregierung hatte bei allen Kreisen und kreisfreien Städten angefragt, ob sie gegen einen anderen – also finanziell attraktiveren – Abrechnungsmodus bereit wären, Flüchtlinge über den 15. Februar hinaus aufzunehmen. Bis dahin ist die aktuelle Amtshilfe befristet. Offenbar hofft das Land, dass einige Kreise oder kreisfreie Städte das Angebot annehmen. Konkrete Entscheidungen dazu erwartet Harings für die kommende Woche.

Was die Amtshilfeflüchtlinge in Wildeshausen angehe, bleibe es dabei, dass der Landkreis großes Glück gehabt habe. Es seien viele Familien dabei gewesen, so der Landrat. Auch gäbe es nach wie vor keine nennenswerten Straftaten oder andere derartige Auffälligkeiten im Umfeld der zentralen und dezentralen Unterkünfte. Ebenso gäbe es keine ernsthaften gesundheitlichen Probleme.

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