Erzieherin nach 23 Jahren aus der „Sternschnuppe“ verabschiedet

„Hannelore kann so schön mit uns spielen“

Die „Schneehasen“ (Foto) konnten es kaum glauben, dass „ihre“ Hannelore nun nicht mehr in den Kindergarten kommt. Mädchen und Jungen aller Gruppen überreichten der Scheidenden schöne Rosen. - Foto: Dejo

Wildeshausen - Von Joachim Decker. „Die kann so schön mit uns spielen“, „Hannelore lacht so gut“, „ich vermisse sie schon jetzt“. Das waren Sätze, die die Kinder aus der „Schneehasen“-Gruppe des Kindergartens „Sternschnuppe“ in Wildeshausen ihrer Erzieherin Hannelore Pertl, die gestern in den Ruhestand verabschiedet wurde, mit auf den Weg gaben.

Verlesen wurden diese Aussagen von Kollegin Gesa Wichmann: „Ich habe die Kinder gefragt, was sie an dir schätzen. Und dabei kam eben das heraus.“ Aber auch die Erzieherin blies ins gleiche Horn: „Wir schätzen dein Wissen und pädagogisches Denken. Vor allem deine Ruhe und Gelassenheit.“ Stets habe sie den Kindern Freiraum gegeben: „Ich habe durch dein Vorbild gelernt – nämlich aus dem Spruch, dass weniger oft mehr sei.“

„Mit Hannelore Pertl verlieren wir eine innovative Pädagogin, die stets offen war für Neues und für die Kinder immer zur Stelle gewesen ist“, betonte Kindergarten-Leiterin Simone Hartmann. Die Scheidende sei eine Frau der ersten Stunde gewesen, als der Kindergarten vor 23 Jahren sein Pforten geöffnet habe. Nur zwei Kolleginnen seien noch etwas länger in der Einrichtung.

„Immer wieder hat Hannelore neue pädagogische Ansätze eingebracht. Stets hat sie gesagt, dass wir den Kindern nicht nur etwas überstülpen oder für sie die Moderatoren sein sollten. Vielmehr sei es wichtig, sie in die Pflicht zu nehmen und ihnen Aufgaben zu geben“, erzählte Hartmann. Das sei gelebte Partizipation: „Lange Jahre hat sie in der integrativen Gruppe gearbeitet und sich stets für die Kinder eingesetzt und stark gemacht.“

Während der Abschiedsfeier fragte Wichmann einige Kinder, ob sie wissen, was Hannelore jetzt macht. „Die geht in Rente“, „die kann zu Hause fernsehen und in den Garten gehen. Und sie kann viel spielen“, waren die Antworten. „Mein Mann will nicht mit mir spielen, er hat schon total Angst, dass er nun unter ständiger Beobachtung steht“, scherzte Pertl.

Einen Rosenstock und ein Büchlein überreichte Pastorin Beatrix Konukiewitz von der Arbeitgeberseite, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde: „Die Rose hat Dornen, daher soll der Rosenstock ein Symbol dafür sein, dass es auch bei dir so gewesen sein kann, wenn einmal etwas nicht so richtig geklappt hat.“ Aber jede Rosenblüte sei auch eines der Kinder: „Von ihnen bekommen wir doch Tag für Tag so viel zurück.“ Das Büchlein mit dem Titel „Stille“ solle ihr helfen, etwas zur Ruhe zu kommen und auszuspannen. „Wer im Kindergarten arbeitet, der weiß, dass es mit Stille eher schwierig ist.“

Nach ein paar Liedern überreichten die Kinder aller Gruppen „ihrer“ Hannelore Rosen. Von den Kolleginnen gab es kleine Präsente.

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