Sanierungsfirma reinigt St.-Peter-Kirche / Donnerstag Treffen mit Versicherung

Handwäsche für das Gotteshaus

Die Mitarbeiter der Brandschadensanierungsfirma arbeiten in Schutzanzügen mit Masken. Hier wird der Tabernakel gesäubert. Fotos: dr

Wildeshausen – Wer derzeit die St.-Peter-Kirche in Wildeshausen betritt, riecht es sofort: In der Luft liegt seit der versuchten Brandstiftung am Freitag ein unangenehmer, leicht stechender Geruch. Die Fußbodenplatten bedeckt ein grauer Schleier, der sich auch am Deckengewölbe findet. Im Altarraum und der Sakristei liegt der Staub auf Büchern, Gewändern und der Christusfigur.

„Das muss im Rahmen einer Sofortmaßnahme schnellstmöglich entfernt werden“, sagt Projektleiter Konstantin Eigner von der Firma Webesan aus Duisburg. „Man muss bedenken, dass der Ruß sehr schadstoffhaltig ist.“ Zwar hat niemand die Belastung exakt gemessen, doch nach dem Brand des Kunststoffsitzkissens ist überall im Gotteshaus mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen zu rechnen, die sogar Krebs auslösen können.

Bereits am Sonnabendvormittag hatte sich Eigner die Schäden in der Kirche angesehen. Am Dienstag um 11 Uhr rückte er mit einem Team aus vier Leuten an, die – in Schutzanzüge gehüllt – zunächst die Schadstoffe wegsaugten und damit begannen, alle Flächen händisch mit Reinigungsmitteln zu säubern. „Das dauert bis Freitag“, kündigt Eigner an. Der Geschädigte sei per Gesetz verpflichtet, so schnell wie möglich alle Problemstoffe zu beseitigen.

Am Donnerstag treffen sich die Beteiligten mit Vertretern der Versicherung in der Kirche, um die Gesamtmaßnahme festzulegen. Laut Sanierungsplan werden danach noch einmal alle Gegenstände, Wände und Böden gewischt. „Die Bücher und Gewänder sowie Kleininventar lagern wir in der Sakristei ein“, kündigt Eigner an. Diese würde dann hermetisch abgedichtet und ozonisiert. „Damit beseitigen wir den Brandgeruch“, so der Projektleiter. Sollte im Gotteshaus auch noch Brandgeruch sitzen, sei damit zu rechnen, dass die Taufkapelle und das Kirchenschiff ozonisiert werden müssen.

Der Orgelbauer wird aller Voraussicht nach erst in die Kirche kommen, wenn die erste Reinigung erfolgt ist. Nach Einschätzung der Experten muss der gesamte Bereich der Empore abgetrennt werden, damit die Orgelbauer jedes Teil des Musikinstrumentes reinigen können. „Wann das genau der Fall ist, wissen wir noch nicht“, so Pfarrer Ludger Brock. Er hofft aber, dass die Handwerker schnell aktiv werden können.

Die Brandschadensanierer arbeiten täglich und gehen davon aus, innerhalb von zwei Wochen ihre Aufgabe abgeschlossen zu haben. Dann könnte die Kirche auch wieder genutzt werden. „Das ist unser Job“, so Eigner. „Wir wollen die Schäden möglichst schnell für den Endkunden beseitigen. Er hat ja ein großes Interesse daran, sein Gebäude wieder nutzen zu können.“  dr

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