Agrarfrost durch Corona mit Umsatzrückgängen / Erweiterung soll erfolgen

„Halten weiter alle Verträge ein“

Wird erweitert: das Werk von Agrarfrost in Aldrup.
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Wird erweitert: das Werk von Agrarfrost in Aldrup.
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Aldrup – Kurz vor dem Beginn der Coronakrise in Deutschland kündigte der Kartoffel-Tiefkühlspezialist Agrarfrost in Aldrup an, seinen Betrieb massiv erweitern zu wollen. Dann wirkte sich die Pandemie massiv auf die Arbeit des Unternehmens mit 800 Mitarbeitern in der Wildeshauser Landgemeinde sowie Oschersleben aus. Im Interview mit Dierk Rohdenburg äußert sich der Geschäftsleiter des Unternehmens, David Krause zur Situation.

Herr Krause, gibt es aktuell Coronafälle in Ihrem Unternehmen?

Nein, zum Glück nicht. Wir haben bereits Anfang März einen Krisenstab gegründet, der eine Vielzahl von Maßnahmen erarbeitet und erfolgreich umgesetzt hat, wie das Tragen von Schutzmasken, die strikte Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln, die Einschränkung von Zugangsberechtigungen zu den Werken, die Einführung von Homeoffices, die Vermeidung von Kontakten zwischen Abteilungen, das Verbot von geschäftlichen Reisen, Fahrten und die Teilnahme an Großveranstaltungen, die Schließung der Kantine, dies um nur einige Maßnahmen zu nennen. Wir sind stolz auf unsere Mitarbeiter, die sich nach wie vor alle vorbildlich an diese doch verschärften Sicherheitsmaßnahmen halten.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf Agrarfrost?

Im ersten Halbjahr hat es coronabedingt Absatzrückgänge in der weltweiten Gastronomie gegeben. Diese Situation hält durch Lockdowns in vielen Ländern der Welt auch noch an. Auch Agrarfrost hatte gerade im Export einen Umsatzrückgang zu verzeichnen, der sich allerdings langsam wieder erholt. Aber durch eine positive Entwicklung im europäischen Lebensmitteleinzelhandel sind wir bisher vergleichsweise gut durch diese Situation gekommen.

Wie reagiert Agrarfrost auf diese Herausforderung?

Um die Standorte in der Zukunft noch besser auf diese Herausforderung auszurichten, haben wir Anpassungen in der Organisation und in den Betriebsabläufen, insbesondere durch eine Veränderung im Schichtsystem, vorgenommen. Außerdem haben wir im April einwöchige Werksferien (bei vollem Lohnausgleich) veranlasst. Hiermit konnten wir schnell auf Absatzschwankungen reagieren und somit vermeiden, dass wir für unsere Mitarbeiter Kurzarbeit beantragen mussten.

Was bedeutet das veränderte Schichtsystem konkret für Ihre Produktionsmitarbeiter?

Durch die Veränderung des Schichtsystems müssen die Mitarbeiter nicht mehr am Wochenende arbeiten. Damit verbunden entfallen jedoch auch schichtbezogene Wochenendzulagen.

Medienberichten zufolge bleiben Landwirte in ganz Europa auf ihren vollen Kartoffellagern sitzen. Gibt es Auswirkungen auf Ihre Vertragslandwirte, wenn Sie nun weniger produzieren?

Nein, vertragliche Verpflichtungen gegenüber unseren Vertragslandwirten wurden und werden wie gewohnt eingehalten. Wir reagieren bei Mengenschwankungen über den Zukauf von Rohware am freien Markt.

Hat die Corona-Pandemie Auswirkungen auf Ihre Erweiterungsinvestitionen?

Die weltweit steigende Nachfrage nach tiefgekühlten Kartoffelprodukten in einem dynamischen und internationalen Wettbewerbsumfeld erfordert die kontinuierliche Erweiterung unserer Produktionskapazitäten. Hierzu werden die Planungen auch mithilfe eines externen Planungsbüros kontinuierlich fortgeführt. Aktuell befindet sich die Ausführungsplanung in Vorbereitung. Ein erster Schritt zur Erweiterung der Produktionskapazitäten ist mit der Investition in den ersten Prozessschritt, der Kartoffelannahme, -sortierung und -wäsche, bereits erfolgt. Die Inbetriebnahme ist im Juli gestartet. Das Investitionsvolumen beträgt 20 Millionen Euro. Inwieweit sich die Corona-Pandemie auf unsere Erweiterungsplanung auswirken werden, lässt sich derzeit noch nicht genau abschätzen.

Also fühlen Sie sich gut für die Zukunft gerüstet?

Ja, bei all dem Schrecken, den die Corona-Pandemie für alle Unternehmen ausgelöst hat, sind wir durch stetige Beobachtung der Branchensituation in Verbindung mit schnellen Veränderungen in Unternehmens- und Produktionsabläufen zurzeit in einer guten Ausgangsposition, um auch in der Zukunft gestärkt am Markt handeln zu können.

Geschäftsführer David Krause.

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