Hallenbrand: Nach Verlust der Hütten gibt Besitzer Frank Stauga nicht auf

„Es wird trotzdem einen Weihnachtsmarkt geben“

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Vom Bahnsteig aus ließ sich die Zerstörung erkennen.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Am Wochenende herrschte nach dem Brand am Bahnhof Fassungslosigkeit bei vielen Wildeshausern über die Macht des Feuers, das in knapp zwei Stunden die komplette Lagerhalle zerstört hatte. Viele, die sich vom Bahnsteig aus die Ruine ansahen, zeigten sich erleichtert drarüber, dass wenigstens keine Menschen und Häuser zu Schaden gekommen waren.

„Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn es hier einen Tag später bei dem starken Wind gebrannt hätte“, sagte ein Anwohner, der den Ausbruch des Feuers aus der Nähe gesehen hatte. Denn schon am Freitag war der Funkenflug in Richtung Brauereiweg stark gewesen. Bei Sturm wären möglicherweise die Häuser auf der anderen Seite, also an der Heemstraße in der rückwärtigen Bebauung, in Mitleidenschaft gezogen worden.

Eine Polizeistreife hatte die Rauchentwicklung um 18.15 Uhr am Freitag entdeckt. Kurz darauf waren bereits offene Flammen aus der 90 mal 15 Meter großen Lagerhalle erkennbar. Wegen der starken Rauchentwicklung musste der Bahnverkehr für mehr als zwei Stunden gesperrt werden. Vorsorglich wurden die Bewohner eines nahe gelegenen Wohnhauses evakuiert.

Die Polizei bestätigte am Wochenende, dass mehrere bei Brandentdeckung in Nähe der Halle angetroffene Jugendliche im Alter von 14 bis 15 Jahren vernommen wurden (wir berichteten). Zeugen hatten beobachtet, dass die Jugendlichen dort mit Steinen geworfen hatten und auf baufälligen Weihnachtsmarktbuden herumgeklettert waren.

Großbrand in Wildeshausen zerstört Lagerhalle 

Die Holzhütten gehörten Frank Stauga, Wirt des „Alten Amtshauses“ in Wildeshausen. In der Halle lagerten 15 komplett fertige Weihnachtsmarkthütten, die Stauga im vergangenen Jahr in mühevoller Arbeit zusammengebaut und geflämmt hatte. Vor der Halle befanden sich mehrere Hütten von einem Verdener Weihnachtsmarkt, die Stauga reparieren wollte.

„Das Holz dazu lag schon in der Halle. Alles bereits besorgt“, berichtete er gestern. Der Schock über den Verlust war ihm anzusehen. „Das Wichtigste ist, dass kein Mensch verletzt wurde“, sagte er. Wie es nun weitergehen solle, wisse er nicht. „Ich muss das erst mal sacken lassen. Am Montag werden wir klären, wie alles versichert ist und was wir tun können.“

Der Tag nach dem Feuer in Wildeshausen

Lagerhalle am Bahnhof brennt

Dennoch lässt sich Stauga nicht entmutigen: „Es wird auch dieses Jahr wieder einen Weihnachtsmarkt geben. Wir schaffen das schon.“ Möglicherweise gebe es die Chance, dass die Wildeshauser zusammenstehen und gemeinsam dafür sorgen, dass neue Hütten für den Markt angeschafft oder gebaut werden. Der jetzige Verlust beträgt über 15000 Euro, aber entscheidend ist nicht das Geld, sondern die wochenlange Arbeit, die in dem Projekt steckt.

Auto, Marktbuden und Fotostudio zerstört

Wie berichtet, wurde auch der Wagen der Wildeshauser Karnevalsgesellschaft zerstört. Zudem standen ein Auto, die Ausrüstung für ein Fotostudio und eine Hoteleinrichtung in der Halle. Auf dem Schleppdach befand sich eine 71-Kilowatt-Photovoltaikanlage.

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