Freiheitsstrafe auf Bewährung akzeptiert

Händler prellt Autokunden: Freiheitsstrafe auf Bewährung

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Beim Handel mit Gebrauchtwagen soll es bei einem Wildeshauser Unternehmen Unregelmäßigkeiten gegeben haben. (Symbolfoto)

Wildeshausen - Wie viele Autobesitzer ein 33-Jähriger aus Hatten über eine Im- und Exportfirma in Wildeshausen um ihr Geld geprellt haben könnte, ließ sich anhand der vielen Akten auf dem Tisch der Wildeshauser Amtsrichterin erahnen. Es dürften einige mehr gewesen sein, als die drei Zeugen, die zur Verhandlung geladen waren.

Der deutliche Hinweis der Richterin, dass nach Durchsicht aller Vorwürfe ein Strafmaß denkbar wäre, das über dem „echten Angebot“ des bisherigen Strafbefehls liegen würde, bestätigte den Verdacht.

Einspruch zurückgezogen

Das alles führte dazu, dass der Angeklagte seinen Einspruch gegen sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung zurückzog und das Gericht wieder verließ. Zurück blieben die mutmaßlichen Opfer. Die Staatsanwältin hatte aufgelistet, dass der Händler am 5. Mai 2015 einen Mercedes nicht zurückgegeben und bereits gezahlte 5000 Euro einbehalten hatte. Am gleichen Tag soll er zugesichert haben, 12.500 Euro auszuzahlen, tat das aber nicht. Und am 8. Juli nahm er einen Jaguar an, versprach dafür 13.500 Euro an die Kreditbank zu überweisen, unterließ das dann aber. Den Jaguar gab es nicht zurück.

Offenbar war die Polizei auch zu Durchsuchungen bei dem Angeklagten. „Die Finanzen waren eben nicht rosig“, gestand der Verteidiger vor Gericht ein. „Es ist auch jetzt finanziell nicht so gut bestellt.“ Dennoch könne sich sein Mandant vorstellen, eine teilweise Wiedergutmachung zu leisten, wenn er Geld aus dritten Quellen bekommen würde. Im Gegenzug hoffe man aber auf mildernde Umstände.

Kläger profitieren von dem Urteil nicht, sie müssen weiterklagen

Das zog bei der Richterin nicht. Man müsse gar „gewerbsmäßigen Betrug“ unterstellen, zog sie in Erwägung. Und die Staatsanwältin signalisierte, dass sie nach der Beweisaufnahme eine Rücknahme des Einspruchs gegen den Strafbefehl nicht mehr akzeptieren würde. Das wirkte und sorgte für ein Ende des Prozesses.

Die mutmaßlich Geschädigten müssen ihre Forderungen gegen den Händler auf zivilrechtlichem Weg einklagen. Sie profitieren von dem Urteil nicht.

dr

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