„Haben Einkommensgrenze nach oben korrigiert“

Gespräch mit dem Wildeshauser Tafel-Vorsitzenden Peter Krönung

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Woche für Woche sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter für die Kunden zur Stelle.

Wildeshausen - Woche für Woche sind die Mitarbeiter der Wildeshauser Tafel für ihre Kunden in den Ausgabestellen in der Kreisstadt sowie in Ahlhorn zur Stelle. Aber wer darf einkaufen? Wie wirkt sich die Erhöhung der Hartz-IV-Beträge im kommenden Jahr auf die Berechtigung aus? Mit diesen Themen haben wir den Tafel-Vorsitzenden Peter Krönung konfrontiert. Die Fragen stellte Joachim Decker.

Herr Krönung, ist die Zahl der Kunden konstant?

Krönung: Nein, sie ist rückläufig. Das merken wir stark daran, dass die Zahl der Geflüchteten zurückgegangen ist. Dadurch kommen weniger Kunden in beide Ausgabestellen. Das heißt aber nicht etwa, dass bei uns jetzt nichts mehr los ist.

Wie viele Kunden gibt es?

Aktuell haben wir in Wildeshausen insgesamt 196 Haushalte mit einer gültigen Kundenkarte. Das heißt, dass 310 Erwachsene und 158 Kinder von uns versorgt werden. In Ahlhorn sind es bei 155 Haushalten 285 Erwachsene und 188 Kinder. Allerdings kommen natürlich nicht alle Familien in jeder Woche zu uns. In der Kreisstadt sind es im Schnitt etwa 110 und in Ahlhorn 80, die wöchentlich kommen.

Wer darf bei der Tafel einkaufen?

Alle Bedürftigen, die einen Bescheid des zuständigen Sozialamtes vorlegen – zum Beispiel SGB II, SGB XII oder nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz.

Werden diese Bescheide von Ihnen geprüft?

Die genannten nicht, da ja die Bedürftigkeit bereist vom Amt geprüft wurde. Wir schauen dann nur noch auf die Gültigkeit.

Heißt das, dass es auch noch andere Bescheide gibt.

Ja, zum Beispiel die über Rentenhöhe und BAföG. Die werden von uns inhaltlich genau überprüft.

Wo liegen die Einkommensgrenzen?

Eine Einzelperson darf ein monatliches Netto-Einkommen von 940 Euro haben. Bei einem Paar mit Kind liegt diese Summe bei 1 687 Euro.

Im kommenden Jahr sollen die Hartz-IV-Beträge erhöht werden. Hat das Auswirkungen auf ihre Kunden?

Nein, wir werden diese Zahlen, die wir mit dem Sozialamt des Landkreises erst jetzt festgelegt haben, mindestens bis ins Jahr 2019 zugrunde legen. Diese gelten seit dem 1. November.

Heißt das, dass die Summen schon angepasst wurden?

Nein, das kann ich so nicht sagen. Sie wurden nach oben korrigiert. Vorher lag die Einkommensgrenze etwa 15 Prozent niedriger. Das heißt, dass nun noch mehr Menschen berechtigt sind, bei uns einzukaufen.

Gibt es bei den Kunden denn immer noch die oft genannte Hemmschwelle?

Leider ja. Besonders bei Rentnern ist das der Fall. Da gibt es viele Menschen, die zu uns kommen dürften, aber sich einfach nicht trauen oder sich vielleicht schämen, diese Dienste in Anspruch zu nehmen. Aber dafür gibt es keinen Grund. Wichtig ist, dass diese Menschen darauf hingewiesen werden, wie und wann sie Kunden werden können. Wenn sie bei uns sind, führen wir sie ein.

Wie sieht es mit gebrechlichen Menschen aus, die nicht mehr mobil sind?

Auch dafür haben wir eine sehr gute Lösung gefunden. Seit geraumer Zeit bieten wir nämlich den Bringdienst an. Das heißt, dass wir die Lebensmittel bei der Tafel zusammenstellen und dann ausliefern.

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