Personalausgaben steigen seit 2010

Kämmerer bilanziert: „Gute Jahre für Wildeshausen“

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Das marode Nichtschwimmerbecken im Freibad soll abgerissen und neu gebaut werden. Das kostet Geld und bindet Kräfte in der Verwaltung.

Wildeshausen - Wie ist die Stadt Wildeshausen wirtschaftlich aufgestellt? Sind die guten Jahren vorbei? Um diese Fragen zu beantworten und zu zeigen, wie sich die Lage im Laufe der vergangenen Jahre entwickelt hat, informierte Kämmerer Thomas Eilers den städtischen Finanzausschuss am Donnerstagabend. Sein Fazit: Wildeshausen steht gut da.

So seien die Aufwendungen von 2010 bis 2018 zwar von 25,07 auf 33,31 Millionen Euro gestiegen, aber dafür hätten sich die Erträge ebenfalls erhöht – von 24 Millionen in 2010 auf 37,7 Millionen im vergangenen Jahr. 2010 litt die Kommune noch unter den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Aber dank der zuletzt beständig starken Konjunktur „waren die vergangenen Jahre gut. Wir dürfen gespannt sein, wie es weiter geht“, bemühte sich Eilers um eine sachliche Einschätzung, wollte aber offenbar auch Begehrlichkeiten bei den Politikern vorbeugen. Denn: „Die jüngste Konjunkturentwicklung ist nicht so positiv.“

Dementsprechend mahnte dann auch Jens-Peter Hennken (CDW) an, Haushaltsdisziplin zu wahren. „2022 und 2023 werden wir andere Zahlen sehen“, war er sich beim Blick in die sprichwörtliche Glaskugel sicher. Wolfgang Sasse (CDU) hob hervor, dass die Stadt auch wegen der Senkung der Kreisumlage derzeit „gut aufgestellt“ sei. „Das hat noch mal eine runde Million ausgemacht“, so der Vorsitzende des Finanzausschusses, der sich damit selbst lobte. Schließlich hatte sich die CDU im Kreistag für die Senkung der Umlage starkgemacht.

Eilers beließ es allerdings nicht bei allgemeinen Ausführungen, sondern ging ins Detail, wobei er sich bemühte, nicht zu viele trockene Zahlen zu präsentieren. „Vielen fällt es schwer, Zahlenfriedhöfe zu interpretieren. Und es ist auch schwer“, räumte der Kämmerer unumwunden ein.

Er stellte fest, dass die Personalaufwendungen seit 2010 um 50 Prozent gestiegen sind. Konkret heißt das: Lohnerhöhungen und 38 Stellen mehr. Wobei die meisten davon (22) im Kindergartenbereich geschaffen wurden. Dort sind die gesetzlichen Anforderungen verschärft worden. Und es gibt auch wesentlich mehr Kinder als eigentlich geplant, wie sich jedes Jahr bei der Vergabe der Plätze zeigt. Im Stadthaus selbst sei im Bereich Bau nahezu jedes Jahr mehr Personal eingestellt worden, führte Eilers aus. Das läge allerdings an der Umsetzung der vielen Projekte, die in den guten Jahren angeschoben worden seien. Gemeint sind zum Beispiel die neue dreigruppige Kita, die Freibadsanierung und das Projekt „Stadtgrün“ für die Herrlichkeit und das Urgeschichtliche Zentrum. All das und das Alltagsgeschäft wie die geplante Sanierung der Parkpalette und auch der Schultausch binden Kapazitäten in der Verwaltung. Wie berichtet, hatte die Verwaltung schon im Juni eingeräumt, dass sie „im Hinblick auf die vielen ausstehenden Projekte zeitlich nicht in der Lage ist, ein Vergabeverfahren mit Einzelgewerken durchzuführen“.

Außer für Personal stiegen die Ausgaben für Sach- und Dienstleistungen von 2010 auf 2018 um 39 Prozent und die Transferaufwendungen um 35 Prozent. Gesunken sind hingegen die Aufwendungen für Zinsen, und das massiv um 42 Prozent – die europaweiten Niedrigzinsen lassen grüßen.

Parallel zu den Kosten steigerten sich allerdings auch die Erträge. Die Zuweisungen von höherer Ebene haben von 2010 auf 2018 um 158 Prozent zugenommen – kein Wunder, bei Land und Bund sprudeln die Steuereinnahmen seit Jahren. Auch die Abgaben, die Wildeshausen selbst in Empfang nimmt, sind um 74 Prozent in die Höhe geschossen. Insgesamt spricht Eilers von einer „normalen Entwicklung in einer prosperierenden Stadt“.

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